Die Burgdorfer laufen auf nationalem Eis vorne mit

Vieles hat sich verändert seit der Gründung des Eislaufclubs Burgdorf im Jahre 1964. Standen früher die Einzelläuferinnen im Fokus des ECB, sind heute die Synchronized Skaterinnen Cool Dreams das Aushängeschild des jubilierenden Clubs.

Jürg Reinhard präsidiert den Eislaufclub Burgdorf, der zu einem Kompetenz- und Leistungszentrum geworden ist – dies nicht zuletzt dank den Erfolgen der Synchronized Skaterinnen Cool Dreams.

Jürg Reinhard präsidiert den Eislaufclub Burgdorf, der zu einem Kompetenz- und Leistungszentrum geworden ist – dies nicht zuletzt dank den Erfolgen der Synchronized Skaterinnen Cool Dreams.

(Bild: Thomas Peter)

Vor der Halle kündet ein Sturmtief die kalte Jahreszeit an. Passend dazu laufen sich auf dem Eisfeld im Innern der Localnet-Arena Burgdorf die Novizen der Cool Dreams warm. Auffallend dabei ist das rasante Tempo und die synchrone Präzision ihrer Bewegungsabläufe. Noch fahren die Synchronized Skaterinnen unter Anleitung ihrer finnischen Trainerin Eveliina Lundman in schwarzer Trainingskleidung. Bei ihren Auftritten dagegen präsentieren sich die jungen Läuferinnen jeweils in Showkostümen. Unter den Läuferinnen auf dem Eis ist auch die elfjährige Angelina Reinhard, die Tochter des Clubpräsidenten Jürg Reinhard. Mit Stolz schaut der nunmehr Fünfzigjährige in das Rund der Eisarena. Gleich alt ist heuer auch der 200 Aktivmitglieder umfassende Eislaufclub Burgdorf (ECB). Seit zehn Jahren arbeitet Reinhard ehrenamtlich für den ECB und steht diesem seit sechs Jahren als Präsident vor. Es werde sein letztes Jahr als Präsident sein, sagt der Geschäftsführer der Bantam Camping AG.

Hoher Zeitaufwand

Bis 20 Stunden in der Woche arbeite Reinhard jeweils für den Eislaufclub. «Das geht an die Substanz», resümiert er. Mit dem grösser gewordenen Zeitaufwand spricht er auch gleich den Hauptunterschied zu den ECB- Anfängen an: die Professionalität. Denn um bei nationalen und internationalen Wettkämpfen vorne mithalten zu können, müsse man heute in allen Bereichen mehr investieren. In diesem Zusammenhang sei auch die neue Eishalle mit den optimierten Trainingsbedingungen äusserst wertvoll. Um den gesteigerten Trainingsanforderungen gerecht zu werden, hat der Club vor gut einem Jahr die junge finnische Trainerin Eveliina Lundman Mokkila ins Boot geholt.

Unter freiem Himmel

An eine Eishalle hat der ECB vor fünfzig Jahren allerdings noch nicht gedacht, als die Kunsteisbahn Burgdorf (KEB) 1963 eröffnet wurde. Entstanden ist die Freilufteisbahn auf privater Initiative, da sich die Stadt Burgdorf damals schwertat mit dem Thema. An vorderster Front mit dabei gewesen sei Ralph Schoch, der ECB- Gründer und damalige Präsident, weiss der passionierte Rockmusiker. Die Kunsteisbahn erwies sich als Renner, und auch der ECB profitierte davon. Im Gegensatz zu heute standen zu den KEB-Zeiten der Eiskunstlauf und der Eistanz im Zentrum des Clubangebotes. «Leider stiegen damals die weniger guten Läufer(innen) aus und gingen dem Club verloren», so Reinhard.

Dieses Manko wurde 1980 mit der Gründung des Synchronized Skating aufgefangen. Bei diesem Mannschaftssport führen 12 bis 16 Läuferinnen synchron und zu ausgewählter Musik in wechselnden Formationen verschiedene Schrittfolgen und Figuren aus. Heute sind die Cool Dreams, welche sieben Teams umfassen, das Aushängeschild des ECB. Die drei Leistungssportgruppen unter ihnen stellen, nicht zuletzt dank zeitintensiven und gezielten Trainings, den Schweizer Meister und positionieren sich weltweit im Mittelfeld.

Leistungs- und Breitensport

«Wir sind das Kompetenz- und Leistungszentrum im Eiskunstlauf in der Schweiz», unterstreicht Reinhard, insofern unterstützt und beeinflusst der ECB diese Sportart auch schweizweit massgeblich. «Trotzdem hapert es bei uns, ganz im Gegensatz zu den Eishockeyclubs, an der Sponsorenfront», bedauert er. Gleich geblieben in all den Jahren ist der Grundgedanke des Eislaufclubs Burgdorf; das Fördern des Nachwuchses – im Breiten- wie im Leistungssport.

Berner Zeitung

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