Der Weg in den Zirkus führt über einen Märit

Langnau

In der Heilpädagogischen Schule der BWO fand ein Koffermarkt statt. Der Erlös der Standmiete fliesst in das Projekt «Wunderplunder». Denn die Schüler werden im Juni Zirkusluft schnuppern.

Ob gehäkelt, gestrickt oder genäht, es ist alles selbst gemacht. Bettina Fatio und Ursula Schwarz (von links) haben in der Heilpädagogischen Schule Langnau einen Koffermarkt organisiert.

Ob gehäkelt, gestrickt oder genäht, es ist alles selbst gemacht. Bettina Fatio und Ursula Schwarz (von links) haben in der Heilpädagogischen Schule Langnau einen Koffermarkt organisiert.

(Bild: Andreas Marbot)

Karten, Fingerringe, Halsketten, Babyfinken, Taschen und Ostereier zur Dekoration oder für den Frühstückstisch. Im Korridor der Heilpädagogischen Schule der BWO wird allerlei Schönes angeboten. In nostalgischen Koffern verkaufen kreative Schaffer ihre selbst hergestellten Produkte. «Es ist der erste Koffermarkt in Langnau», sagt Bettina Fatio, Lehrerin an der Schule. Sie hat gemeinsam mit Ursula Schwarz den Anlass auf die Beine gestellt.

Die Durchführung hat einen besonderen Hintergrund: Im kommenden Juni werden die Schülerinnen und Schüler während fünf Tagen mit dem Zirkus Wunderplunder eine Vorstellung einüben und anschliessend im Zelt auf der Kniematte aufführen. «Das Projekt kostet 15'000Franken», sagt Bettina Fatio. Diese Summe sei schon zusammen, zumal bereits andere Aktion stattgefunden hätten, wie beispielsweise der Verkauf von Mandelgipfeln. «Mit dem Erlös des Koffermarktes können wir beispielsweise eine DVD von der Projektwoche finanzieren.»

40 Verkäufer angemeldet

Sie hätten keine Ahnung gehabt, wie man einen solchen Anlass organisiere, räumt die Heilpädagogin ein. So besuchten Bettina Fatio und Ursula Schwarz verschiedene Koffermärkte, setzten ihre Vorstellungen auf Papier um, formulierten die Teilnahmebedingungen, suchten den geeigneten Termin und veröffentlichten alles auf Koffermarkt.ch, auf Koffermarkt Facebook und auf der Website der BWO. Das Resultat kann sich sehen lassen: Vierzig Personen haben sich angemeldet. Darunter sogar eine Frau aus dem Wallis.

Den Verkäufern wurde eine Standmiete von 40 Franken in Rechnung gestellt. «Das ergibt 1600 Franken für die Wunderplunder-Kasse», freut sich Bettina Fatio, die zudem auf ein gutes Geschäft in der Kaffeestube hofft. Diese wird von Eltern der Schüler und von Lehrpersonen geführt. Nebst verschiedenen Kuchen können die Besucher am Mittag auch Linsen- oder Gemüsesuppe mit Wienerli und Brot essen. «Die Suppen haben Schüler mit zwei Praktikanten der Schule, die ausgebildete Köche sind, gekocht.»

Überhaupt hätten viele der 47 Schüler in irgendeiner Form etwas zur Veranstaltung beigetragen. «Die Jüngsten machten beispielsweise die Beschilderung.» Denn nebst dem Koffermarkt und der Kaffeestuben stehen den Besuchern auch die Schulzimmer zur Besichtigung offen, und ein Märchenerzähler entführt die Zuhörer in eine andere Welt.

Koffermarkt war ein Erfolg

Der Erlös vom Koffermarkt ermögliche zwar, einige zusätzliche Wünsche zu erfüllen, habe aber noch einen anderen Aspekt. «Wir wollen die Schüler teilnehmen lassen an den Vorbereitungen für das Zirkusprojekt. Die Vorfreude ist schon jetzt sehr gross», sagt Bettina Fatio, die nach dem Koffermarkt ein positives Fazit zieht. «Wir hatten viele Besucher und bekamen gute Rückmeldungen.»

Berner Zeitung

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