Zum Hauptinhalt springen

Der neue Rösslikreisel schneidet ein Stück Garten ab

Der künftige Rösslikreisel wird bis zu 1,5 Meter in den privaten Vorgarten an der Wynigenstrasse 20 hineinragen. Der Liegenschaftsbesitzer hat zwar das Mitgefühl der Passanten, doch selber nimmt er es gelassen.

Rechts neben dem Trottoir ist der bogenförmige Baustreifen, der in die anstossende Privatliegenschaft hineinragt.
Rechts neben dem Trottoir ist der bogenförmige Baustreifen, der in die anstossende Privatliegenschaft hineinragt.
Walter Pfäffli

Um die Burgdorfer Rösslikreuzung verteilt stehen mehrere Liegenschaften, darunter auch die vor wenigen Jahren renovierte 130-jährige Fabrikantenvilla, in welcher heute der Geigenbauer Stephan Schürch mit seiner Familie lebt und wirkt. Derzeit gibt es auf dem Areal dieses schönen Sitzes etwas Störendes zu sehen, das zuweilen das Interesse aufmerksamer Passanten weckt – und deren Mitgefühl. Der Vorgarten wird nämlich neuerdings von einem Kreissegment angeschnitten, in dem eine Baugrube klafft. Kein Zweifel: Die Familie musste für den Rösslikreisel, der im kommenden Frühling vom Kanton gebaut wird, ein Streifchen Land hergeben. Dies als einzige private Anstösser. Bereits sind diverse Vorarbeiten für den Kreisel im Gang.

«Wer solches sieht, reagiert oft verärgert und sagt, das sei typisch Kanton, dass er für den Strassenbau auch noch auf Privatland zugreife», sagt Liegenschaftsbesitzer Stephan Schürch auf Anfrage. Er selber hingegen nimmt es gelassen, auch wenn er persönlich die aufwendige Sanierung der ganzen Transitachse mitsamt Kreiselneubau nicht gut findet und stattdessen auf die zusätzlich geplante Ortsumfahrung setzt. «Klar, wir hätten die Kooperation verweigern und das Kreiselprojekt um vielleicht zwei Jahre verzögern können, doch daran haben wir kein Interesse», erklärt er. Also habe man das für den Kreisel benötigte Land abgetreten. Für die 20 bis 25 Quadratmeter einen aufreibenden Gang durch die Instanzen in Kauf zu nehmen, lohne sich wirklich nicht. Die Abgeltung jedoch sei gering; in solchen Fällen kämen nicht dieselben Ansätze zum Tragen wie bei Bauland.

Dafür aber sei, fährt Schürch fort, der Kanton beziehungsweise die kantonale Denkmalpflege bereit, auf die neu entstehende Mauer am Grundstück einen schmiedeeisernen Zaun nach originalem Vorbild zu setzen. Auch der Eingangsbereich zur Liegenschaft werde nach altem Muster neu gestaltet. So gesehen, erfahre das Haus durch die Bauarbeiten sogar eine Aufwertung – «das muss fairerweise gesagt sein».

Berner Zeitung/heb

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch