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Berner Geisel muss für Trauma selber bezahlen

Das Bundesgericht bestätigt, dass der frühere Berner Polizist, der 2011 in Pakistan mit seiner Partnerin entführt worden war, zu Recht kein Versicherungsgeld für seine posttraumatische Störung erhält.

...und aus dem Video vom 27. Dezember 2011.
...und aus dem Video vom 27. Dezember 2011.
Keystone
Die beiden Schweizer waren mit einem umgebauten VW-Bus unterwegs. Am 2. Juli 2011 wurde das Paar bei Loralai in Belutschistan entführt. Die Gegend gilt als eine der gefährlichsten Pakistans.
Die beiden Schweizer waren mit einem umgebauten VW-Bus unterwegs. Am 2. Juli 2011 wurde das Paar bei Loralai in Belutschistan entführt. Die Gegend gilt als eine der gefährlichsten Pakistans.
Keystone
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Das Wagnis, das David Och und seine Partnerin Daniela Widmer, die beide im Kanton Bern als Polizisten arbeiteten, 2011 mit ihrer Reise durch Pakistan eingegangen seien, rechtfertige die Ablehnung aller Ansprüche an die Versicherungen, halten die Lausanner Richter in ihrem gestern veröffentlichten Urteil fest. Das Bundesgericht stützt damit einen früheren Entscheid des Versicherungsgerichts Solothurn.

Die Versicherungsgesellschaft Visana, bei welcher David Och gegen Unfall versichert war, verweigerte ihm Geldleistungen gemäss Unfallversicherungsgesetz. Die erste sozialrechtliche Abteilung des Bundesgerichts bestätigt nun den Entscheid: Das Risiko für Leib und Leben sei bei der Routenwahl und dem Vorgehen der beiden vor Ort nicht auf ein vernünftiges Mass reduzierbar gewesen.

Rechnung vom Staat

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) rät seit 2008 von Reisen nach Pakistan dringend ab. Auf der Website weist das Departement auf die Gefahren von Terroranschlägen und Entführungen hin.

Das Krisenmanagementzentrum des EDA hat David Och im Juni 2012 für die Aufwände und Auslagen im Zusammenhang mit der Entführung und der Geiselhaft, die sich auf über zwei Millionen Franken belaufen haben sollen, eine Pauschalgebühr von 10000 Franken in Rechnung gestellt. Widmer und Och mussten den Betrag allerdings nicht bezahlen, sondern in Form gemeinnütziger Präventionsarbeit abzahlen.

Mit Sicherheitseskorte

Die beiden ehemaligen Berner Polizisten durchquerten 2011 auf ihrer Rückreise aus Indien im VW-Bus die speziell für Entführungen bekannte pakistanische Provinz Belutschistan. Dort wurden sie zwar von einer Sicherheitseskorte begleitet, allerdings nicht ständig.

In einer unbegleiteten Phase wurden die beiden von Taliban entführt und acht Monate lang festgehalten. David Och verkraftete die Gefangenschaft schlecht, er verlor viel Gewicht und erkrankte an Malaria. Mitte März 2012 gelang ihnen trotzdem die Flucht – nach offizieller Darstellung ohne dass dafür ein Lösegeld bezahlt worden sei.

Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz publizierten Widmer und Och ein Buch über ihre Entführung. Zur Polizei kehrten sie nicht zurück.

(SDA)

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