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Bahn frei für Wohn-Experimente

Das freie Land an der Burgdorfer Thunstrasse soll bebaut werden – von Leuten, die an innovativem Wohnen interessiert sind.

Hans Herrmann
Am linken Bildrand befindet sich das Spital; es folgt diagonal dieBahnlinie und angrenzend an diese das noch grüne Planungsareal.
Am linken Bildrand befindet sich das Spital; es folgt diagonal dieBahnlinie und angrenzend an diese das noch grüne Planungsareal.
zvg

Im herkömmlichen Wohnbereich sei in Burgdorf bereits ein breites Angebot vorhanden, sagte der für das Bauen zuständige Gemeinderat Martin Kolb gestern an einer Medienorientierung. Nun wolle die Stadt, zusammen mit privaten Landbesitzern, ein neues Segment fördern: experimentelles Wohnen auf einer der letzten Baulandreserven der Stadt. Der asymmetrische Spickel an der südlichen Ortsgrenze wird einerseits von der Thunstrasse, andererseits vom BLS-Geleise begrenzt.

Man kann mitgestalten

Das Areal besteht aus unbebautem Wiesland der Stadt, dem angrenzenden Gelände einer einstigen Gärtnerei sowie einer weiteren, vorläufig nicht zum Verkauf stehenden Liegenschaft. Der gesamte Perimeter umfasst ungefähr 11000 Quadratmeter und unterliegt der Planungspflicht. Damit hier eine Wohnüberbauung realisiert werden kann, hat die Stadt mit den beiden anderen Landeigentümern eine Überbauungsordnung entwickelt. Diese liegt derzeit auf und kann von allfälligen Interessenten mitgestaltet werden.

Innovativ und verdichtet: So lautet die Devise. Wie die Siedlung konkret aussehen könnte, ist noch völlig offen, denn die Überbauungsordnung gibt nur grobe Leitplanken vor. Es wird also möglich sein, auf dem Areal Wohnhäuser unterschiedlicher Bauform zu realisieren, abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse der künftigen Nutzer. Vorgesehen sind sechs Baukörper mit jeweils sieben bis zwölf Wohnungen und begrünten Flachdächern. An seiner nordöstlichen Ecke soll jedes Gebäude eine kompakte Struktur aufweisen, damit ein gemeinsames Muster erkennbar bleibt, während die Fassaden westlich und südlich nach Belieben gestaltet werden können.

Die Stadt möchte als Investoren Baugemeinschaften gewinnen, die unabhängig voneinander je ein Projekt zur Selbstnutzung realisieren. Martin Zulauf von der Berner Ateliergemeinschaft Werkgruppe erklärte, was unter einer Baugemeinschaft zu verstehen ist: Leute mit ähnlichen Bedürfnissen, die sich zu einer Gruppe zusammenschliessen, um gemeinsam ein Gebäude zu bauen und zu nutzen. Als mögliches Beispiel nannte er ein Dutzend Leute im Alter zwischen 35 und 45, die Kinder haben und beschliessen, ein familienfreundliches Mehrfamilienhaus nach eigenen Vorstellungen zu errichten – «natürlich unter Beizug eines Planers».

Interessenten gesucht

Weiter denkbar sind Nutzungen als Studentenheim, Wohnstätte für Behinderte, Mehrgenerationen-WG, therapeutische Wohngruppe und ähnliches mehr. Interessenten können sich bis am 30.Mai mit Projektvorschlägen bei der Stadt bewerben.

Infoanlass für Interessenten: Mi, 20. Januar, 19 Uhr, Foyer Baudirektion Burgdorf.

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