Langenthal

Hier will Hare Krishna eine Privatschule bauen

LangenthalAus dem ehemaligen Gasthof Ochsen im Schoren soll eine Privatschule werden – für Kinder von Anhängern der umstrittenen Glaubensgemeinschaft Hare Krishna.

Unscheinbares Zentrum: Im ehemaligen Gasthof Ochsen hat die umstrittene Glaubensgemeinschaft Hare Krishna einen Tempel eingerichtet (Anbau rechts). Jetzt soll auch eine Schule dazukommen.

Unscheinbares Zentrum: Im ehemaligen Gasthof Ochsen hat die umstrittene Glaubensgemeinschaft Hare Krishna einen Tempel eingerichtet (Anbau rechts). Jetzt soll auch eine Schule dazukommen. Bild: Thomas Peter

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Nach den Moslems, Sikhs und Aleviten sind nun auch die Anhänger Hare Krishnas daran, ihren Platz in Langenthal zu finden. Zuweilen kann man die in auffälligen Tüchern gekleideten Leute am Samstag auf dem Wochenmärit sehen, wie sie musizieren. Seit rund drei Jahren treffen sie sich regelmässig im einstigen Ochsen im Schoren. Dies nachdem Ende 2008 ihr Präsident Roberto Arnoldi (40) den Gasthof gekauft hat und nach Langenthal gezogen ist.

Lehrer und Mönch

Jetzt haben Arnoldi und seine Glaubensbrüder weitergehende Pläne: Sie wollen in der Ochsen-Liegenschaft eine private Schule mit Kindergarten einrichten. Arnoldi bestätigt die Pläne, die im neuen Anzeiger publiziert sind. Als Schulleiter ist Arnoldi selbst vorgesehen. Er liess sich zum Primarlehrer ausbilden, nachdem er sechs Jahre als Mönch in einem Kloster gelebt hatte.

200 Anhänger in der Region

Arnoldi rechnet mit 15 bis 20 Kindern, die dereinst in der neuen Privatschule und im Kindergarten unterrichtet werden. Allein im Schoren leben gemäss Arnoldi mehrere Familien, die bei Hare Krishna mitmachen. Dazu kommen Tamilen und Inder. Insgesamt zählt die Glaubensgemeinschaft in der Region Langenthal gegen 200 Anhänger.

Neben der Einrichtung einer Schule wird die Ochsen-Liegenschaft weiter umgestaltet und ausgebaut. Gemäss Baugesuch sind auch der Einbau einer Gewerbeküche sowie ein Dorfladen mit Take-away und Catering vorgesehen. Diese Angebote dienen nicht zuletzt auch der Verpflegung der Schüler. Wie viel die Gemeinschaft Hare Krishna, die als Verein organisiert ist, in den Ausbau investiert, mag Präsident Arnoldi nicht sagen. «Da unsere finanziellen Mittel beschränkt sind, werden wir das meiste selber machen, und das zeitlich gestaffelt.»

Bereits seit Ende 2008 betreibt Hare Krishna in der alten Ochsen-Liegenschaft einen Tempel samt Altar; von aussen ist die religiöse Stätte jedoch kaum als solche erkennbar. Im Tempel trifft sich die Gemeinschaft jeden Samstag. Mit dem jetzt geplanten Ausbau wird Langenthal der zweitgrösste Standort für Hare Krishna in der Schweiz; nur Zürich ist noch grösser.

Die ursprünglich hinduistische Glaubensgemeinschaft, die seit der Hippiezeit auch in Europa Fuss gefasst hat, ist allerdings nicht unumstritten. «Ich stufe Hare Krishna zwar nicht gerade als gefährlich ein», sagt der Zürcher Religionsexperte Georg Otto Schmid. «Doch die Gemeinschaft hat radikale Tendenzen, so lehnt sie zum Beispiel Homosexualität ab.»

Das Baugesuch liegt auf dem Stadtbauamt auf (bis 19. Dezember). (Berner Zeitung)

Erstellt: 25.11.2011, 07:44 Uhr

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