Herzogenbuchsee

Futter frisst weniger Energie

HerzogenbuchseeDer führende Tierfutterhersteller UFA baut erneut aus. Um das Mischfutterwerk Biblis in Herzogenbuchsee zu modernisieren, fliesst viel Geld.

Sind stolz auf ihren Betrieb: Geschäftsleitungsmitglied Wendelin Strebel (links) und Produktionsleiter Peter Hofer sind überzeugt, mit den Investitionen ins UFA-Werk Biblis einen wichtigen Schritt für die Nachhaltigkeit gemacht zu haben.

Sind stolz auf ihren Betrieb: Geschäftsleitungsmitglied Wendelin Strebel (links) und Produktionsleiter Peter Hofer sind überzeugt, mit den Investitionen ins UFA-Werk Biblis einen wichtigen Schritt für die Nachhaltigkeit gemacht zu haben. Bild: Thomas Peter

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Manche Mühlen mahlen langsam, aber fein. Fein mahlt zwar auch das Mischfutterwerk Biblis in Herzogenbuchsee, aber von langsam kann längst keine Rede mehr sein. Seit 2002 entstehen hier jährlich 350'000 Tonnen Mischfutter für die UFA . Und diese eindrückliche Zahl soll ab Beginn des nächsten Jahres nochmals um 55'000 Tonnen gesteigert werden.

«Riesige Einsparungen»

Für fünf Millionen Franken baut die UFA eine fünfte thermische Fabrikationslinie ein, will heissen: neue Mühlen, neue Pressen und neues Walzwerk. Und alle arbeiten sie schnell, nahezu selbstständig und äusserst sparsam. Es ist nicht so, dass das Werk Biblis bisher mit veralteten Geräten produziert hätte, aber UFA-Produktionsleiter Peter Hofer sucht stets nach neuen Wegen, noch effizienter zu werden und bei der Produktion noch mehr Energie zu sparen. In den letzten Jahren konnte das Unternehmen seine Effizienz pro Mitarbeiter praktisch verdoppeln.

Von aussen lässt nichts darauf schliessen, dass in den UFA-Türmen künftig mehr produziert wird. So benötigte das anderthalbjährige Projekt auch kein Bewilligungsverfahren. Ebenfalls unverändert bleibt die Mitarbeiterzahl. Pro Schicht arbeiten jeweils maximal drei Personen – auch ein Zeichen von Effizienz. Wesentlich mehr sind derweil im Hochlager, bei der An- und Auslieferung beschäftigt.

Mit einer romantischen hölzernen Windmühle hat die neuste Ausgabe denn auch wenig gemein, genauso wie die moderne Pelletpresse. Sie soll einen Wirkungsgrad von 98 Prozent haben, was weltweit führend ist. Der grau-weisse Klotz gleicht eher einer Weltraumkapsel denn einer alten Presse. Hofer nennt dies ein «intelligentes Design». Derweil rechnet Wendelin Strebel, Vorsitzender der Geschäftsleitung, vor: «300 Kilowatt mal 600 Stunden – das sind riesige Einsparungen.»

Die Kunden profitieren

Sowieso wird im modernsten Mischfutterwerk der Schweiz überall Energie gespart. Entsteht durch die Produktionskette irgendwo überschüssige Wärme, wird diese umgeleitet und anderswo eingesetzt. Für die UFA haben diese Neuerungen nicht bloss einen ökologischen, sondern auch einen ökonomischen Wert: Einerseits spart das Unternehmen pro Jahr künftig 3100 Tonnen CO2 ein, andererseits sinken damit die CO2-Abgaben an den Bund. Trotz des modernisierten Mischfutterwerks Biblis will Strebel für das kommende Jahr keine Prognose wagen, sei es punkto Wachstumspotenzial oder Preispolitik. «Denn irgendwo gibt es immer einen Flaschenhals.»

Zurzeit profitieren vor allem Kunden wie Peter Käser von den Innovationen. Der Schweinezüchter aus Leimiswil besitzt 240 Zuchtsauen und 980 Aufzuchtplätze. Er ist zufrieden mit Preis und Qualität des UFA-Tierfutters. Denn am Ende zählt auch für ihn: je tiefer die Futtermenge im Verhältnis zur täglichen Gewichtszunahme seiner Tiere, desto höher sein Ertrag. (Berner Zeitung)

Erstellt: 19.12.2012, 07:31 Uhr

Mühlen produzieren selbstständig

Eigentlich reden sie nicht gerne über die Grösse ihres Unternehmens, sagen die Verantwortlichen der UFA mit Sitz in Herzogenbuchsee. Und doch ist das Thema interessant, hat doch die UFA mittlerweile ein beachtliches Volumen erreicht: 110 Angestellte beschäftigt alleine das Werk Biblis. Weitere Werke befinden sich in St.Margrethen, im waadtländischen Puidoux und in Sursee. Letzteres ist weltweit die erste Futtermühle, die nachts zwischen 21 und 5 Uhr vollautomatisch ohne Bedienungspersonal funktioniert.

Die UFA, eines von vielen Tochterunternehmen der Fenaco-Landi-Gruppe, ist schweizweit führend in Sachen Tiernahrung. Drei Viertel der Produktion landen im Futtertrog, vornehmlich von Schweinen und Rindern. Trotz hohem Schweizer Lohnniveau steht die UFA nach eigenen Angaben wirtschaftlich gut da und macht auch im Ausland mit neuen Technologien von sich reden. Das Werk Biblis verbraucht bei der Futterproduktion mit 40 Kilowattstunden pro Tonne 20 Prozent weniger Strom als führende europäische Werke.

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