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Eine Boygroup? «So jung sind wir auch wieder nicht mehr»

HasleWieder ein Schweizer Talent aus dem Emmental: Stefan Baumann singt mit seinen drei Kollegen von Phenomen im Fernsehen um die Wette.

Lange Zeit hat er in seiner Emmentaler Heimat keine Schlagzeilen mehr gemacht. Am letzten Samstag aber war er plötzlich wieder da. Stefan Baumann, Anfang 2009 als Maturand für seine sinfonische Dichtung über die Heidenfluh mit einem Preis ausgezeichnet, stand auf die Bühne und schmetterte gemeinsam mit seinen drei Gesangskollegen eine starke Hymne hin. Die Zuhörer im Saal waren ebenso berührt wie das Publikum daheim am Bildschirm – denn das Quartett trat in der Fernsehshow «Die grössten Schweizer Talente» auf. Phenomen heisst die Gruppe, die den 21 Jahre jungen Mann aus Hasle so unverhofft ins Rampenlicht zurückkatapultiert, entstanden ist sie im Sommer 2009 eher aus Zufall. «Wir nahmen alle bei der gleichen Gesangslehrerin Unterricht», blickt Baumann zurück, und von ihr habe er gehört, dass Sänger gesucht würden. «Der Älteste aus unserem heutigen Quartett war für eine Firmengala angefragt worden und erfand für diesen Auftritt kurzerhand eine Gruppe, die es so noch gar nicht gab. Nun brauchte er unbedingt ein paar Mitstreiter.» In einen weiteren Kreis Auf diese erste Gala Ende 2009 folgten andere Meilensteine. Das grosse Phenomen-Konzert Anfang 2010 etwa oder die Anmeldung zum Kleinen Prix Walo und der Gewinn dieses Nachwuchs-Förderpreises in der Sparte Special Act Ende 2010. Und natürlich nun, Anfang 2011, der Auftritt bei «Die grössten Schweizer Talente» – mit einem klaren Ziel: «Wir wollen aus unserer regionalen Popularität heraustreten, uns in einem weiteren Umfeld einen Namen schaffen.» Ganz verschiedene Stimmen Was das Besondere des Quartetts ausmacht, in dem Baumann der einzige Emmentaler ist? «Wir sind ausgebildete Sänger, und wir singen klassische Literatur auf eine moderne, poppige Art.» Phenomen unterscheide sich so von anderen Formationen, die poppige Stücke in klassischer Weise oder Klassik ganz klassisch interpretierten. Wichtig für den Klang sei auch die Mischung aus ganz verschiedenen Stimmen. «Bei uns machen ein Rock-, ein R’n’B-, ein Swing-Jazz-Sänger und ich als Popsänger mit.» Dazu kommt, wie Baumann mit einem Augenzwinkern beifügt, «dass wir alle jung sind und gut aussehen». Wobei – Charakterisierungen wie «poppig-klassische Boygroup» gehe ihm dann doch ein Stück zu weit, denn: «Ganz so jung sind wir ja auch wieder nicht mehr.» Baumann sagt offen, dass er einmal von seiner Musik, die ihn schon sein Leben lang begleitet, leben möchte. Obwohl er «quasi als Plan B» nun ein Studium in Sport, Theater und Tanz angefangen hat: Angefangen hat er als 5-Jähriger am Klavier, auf den Gesang umgestiegen ist er mit 16 Jahren – «ich hatte schon länger gemerkt, dass ich über eine starke Stimme und einen grossen Stimmumfang verfüge. Daraus wollte ich etwas machen.» Vielleicht hilft ihm «Die grössten Schweizer Talente» auf dem Weg dahin tatsächlich ein Stück weiter. Die dreiköpfige Jury belohnte den Auftritt vom Samstag jedenfalls mit einem dreifachen Ja. Im Halbfinal ist Phenomen damit zwar noch nicht, denn dafür muss die Gruppe eine weitere Selektion überstehen. Der Traum, vor der ganzen Schweiz auftreten zu können, hat sich trotzdem schon mal für ein paar wenige Minuten erfüllt. Immerhin.Stephan Künzi>

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