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Ein Militär mit «russischen Wurzeln»

Waldemar Eymann will das Gemeinderatspräsidium von Fraubrunnen für die SVP zurückerobern.

SVP-Kandidat Waldemar Eymann lächelt sanft, als er die «Bundesratsstube» im Restaurant Löwen in Fraubrunnen betritt. «Es ist für mich ein besonderes Gefühl, hier zu sein», sagt er. An den getäferten Wänden hängen Schwarzweissporträts etlicher Bundesräte. Minger, Villiger, Kopp, Schmid oder Dreyfuss blicken den Gästen entgegen, die den Raum oft für Geburtstagsfeiern oder kleinere Versammlungen mieten. Besonders prominent prangt natürlich das Bild des Fraubrunner alt Bundesrates Adolf Ogi an der Wand, der fast so aussieht, als würde er dem Betrachter seine Hand zum Gruss entgegenstrecken. Beschäftigter Rentner «Mit einigen der porträtierten Bundesräte bin ich per Du», sagt Eymann. Fast vierzig Jahre lang war Eymann beim Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) tätig. Zuerst als Instruktor, zuletzt als Chef Personelles der Armee. Daher sein guter Draht zu den hohen Politikern. Seit knapp vier Jahren ist er pensioniert. Jetzt möchte er Gemeinderatspräsident in Fraubrunnen werden. Seit der Pensionierung sind seine Tage zwar ruhiger geworden, engagiert ist Eymann aber nach wie vor. Er ist Verwaltungsrat und Vizepräsident der Raiffeisenbank Grauholz, Präsident der Sektion militärisches Berufskader, und er unterstützt aktiv den Verein Vision Ost, ein überkonfessionelles Hilfswerk, das seit fünfzehn Jahren in Russland tätig ist. Dass sich Eymann gerade für dieses Hilfswerk einsetzt, hat mit seiner Herkunft zu tun. Als Enkel von Russlandschweizern wuchs er in Bern mit russischen Gewohnheiten und mit der russischen Sprache – die er auch heute noch beherrscht – auf. «Wir haben zu Hause die russischen Feiertage gefeiert und unter dem Weihnachtsbaum russische Gedichte aufgesagt und Lieder gesungen», erinnert sich Eymann. Neu in der Politik Politik ist seit seiner Jugend eine Leidenschaft des vierfachen Vaters. Mit 18 Jahren trat er der SVP bei und ist dieser bis heute treu geblieben. Auf Grund seines Arbeitspensums und der vielen Umzüge, die sein Job mit sich brachte, bekleidete er aber erst nach seiner Pensionierung zum ersten Mal ein politisches Amt. Seit einem Jahr ist er Gemeinderat und Vize-Gemeindratspräsident in Fraubrunnen. «Es ist aus meiner Sicht eine Verpflichtung, sich auch für die Gemeinschaft einzusetzen», erklärt Eymann seine Motivation für die Politik. «Probleme lösen» Als Gemeinderat ist er für das Ressort Bildung verantwortlich. Dabei ist Eymann federführend beim Bau des Doppelkindergartens und der Tagesschule. An seiner politischen Tätigkeit schätze er besonders den Kontakt mit den Leuten. «Ich habe schon immer sehr gerne mit Menschen zusammengearbeitet und Lösungen für Probleme gesucht.» Dabei komme ihm auch seine berufliche Erfahrung zugute. Bei seiner Arbeit im VBS habe er nicht einfach Befehle erteilen können, vielmehr habe er dort in Zusammenarbeit mit 26 Kantonen, Bundesämtern und grossen Verbänden den Konsens finden müssen. «Bei dieser Arbeit konnte ich nur etwas erreichen, wenn ich die Leute motivieren und überzeugen konnte.» In Fraubrunnen, wo Eymann seit 1995 zu Hause ist, fühlt er sich sehr wohl. «Fraubrunnen ist ein sehr schönes, gemütliches Dorf, das sich einem moderaten Wachstum verschrieben hat.» Trotzdem sieht Eymann noch einiges Verbesserungspotenzial. Neben einem klaren Leitbild und einer Verbesserung der regionalen Zusammenarbeit plädiert der SVP-Gemeinderat etwas überraschend für eine Kindertagesstätte. «Etwa 25 Eltern aus Fraubrunnen bringen ihre Kinder täglich nach Büren zum Hof oder Jegenstorf in die Kindertagesstätte. Die Nachfrage wäre also vorhanden.» Waldemar Eymann selbst schätzt seine Wahlchancen etwa bei 50 Prozent ein. «Ich wäre schon etwas enttäuscht, wenn ich nicht gewählt werde, aber es ist keine Schande, bei einer Wahl zu verlieren.» Die «Bundesratsstube» im «Löwen» würde er jedenfalls auch bei einer Niederlage stets mit einem Lächeln auf den Lippen verlassen. Ralph Heiniger >

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