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Drei Lehrerinnen kündigten

Der 8-jährige Lorin Salzmann wird nicht in die Schule Bowil zurückkehren. Dort haben auf Ende des abgelaufenen Schuljahres gleich drei Lehrkräfte gekündigt. Behörden und Schulleitung erteilen dazu aber keine Auskunft.

«Das Glanzstück des Himmels ist die Sonne, das des Hauses ist das Kind.» Mit dieser buddhistischen Weisheit begrüsst die Schule Bowil die Besucher ihrer Homepage. Aber die Ereignisse rund um Lorin Salzmann sind alles andere als ein Glanzstück. Der Achtjährige hätte von der Schule ausgeschlossen werden sollen. Bevor es so weit kam, schrieb ihn sein Kinderarzt krank. Dann wechselte der Zweitklässler an die Steiner-Schule in Langnau, wo es gemäss den Eltern keinerlei Probleme gibt. Lorin war «auffälliges Verhalten» vorgeworfen worden (wir berichteten). Rolle als Sündenbock Drei Lehrerinnen haben in Bowil auf Ende des abgelaufenen Schuljahres gekündigt. Eine von ihnen ist Regine Reber. Die Gründe für ihre Kündigung nach 16 Jahren seien sehr komplex, erklärt die Mutter dreier Buben. Sie habe ihre Gründe bei der Schulkommission hinterlegt. «Ich möchte aber hier nicht näher darauf eingehen.» Demgegenüber erklären Regine Reber und ihr Mann Beat, dass ihr jüngster Sohn in der gleichen Schulstube wie Lorin gesessen sei und sich nie über dessen Verhalten beschwert habe. «Vielmehr äusserte unser Sohn Angst vor schreienden Lehrkräften und Eltern, die sich überall einmischten.» Sie habe das Gefühl, Lorin werde zum Sündenbock gemacht, um von den wirklichen Problemen der Schule abzulenken. «Diese liegen sicher nicht bei einem Achtjährigen.» Offene Fragen Der 70-jährige Alfred Aellig aus Signau ist Rentner. Der langjährige Gemeindekassier von Bowil nimmt immer noch regen Anteil am Dorfleben und an der Politik. Er äussert seine Meinung geradeheraus: «Alles, was den Behörden nicht passt, wird hier vertuscht.» Den Fall Lorin habe er genau verfolgt und habe dazu eine Reihe offener Fragen: «Warum hat man den Buben nicht bereits am Anfang der Probleme ins Schulhaus Dorf verlegt? Warum äussert sich die Lehrerin – sie ist gleichzeitig Schulleiterin – nicht? Aus welchen Gründen haben drei langjährige und erfahrene Lehrkräfte gekündigt? Steht dies im Zusammenhang mit der Schulleitung?» Positive Rückmeldungen Lorins Eltern, Anita und Daniel Salzmann, haben entschieden, dass ihr Sohn bis auf weiteres in die Steiner-Schule in Langnau gehen wird. «Auf jeden Fall für die Primarschulzeit», sagt Daniel Salzmann. Die Eltern erhielten viele Anrufe und Briefe, die sie moralisch unterstützten. «Von den Behörden und der Schule haben wir nichts gehört.» Salzmann ärgert, dass die Behörden vorgeben, nicht zu wissen, wo Lorin zur Schule gehen werde (siehe Interview). Er verweist auf entsprechende Briefe. Ueli Künzi, Kinderarzt aus Langnau, schrieb der Schulkommission im Mai, dass ein Schulwechsel nach den Sommerferien als zu früh erachtet werde. Am 5.Juli doppelten die Eltern nach. «Wir haben unseren Entschluss mitgeteilt und sind überzeugt, dass er richtig ist», so Salzmann. Laura Fehlmann>

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