Zum Hauptinhalt springen

Die vielfältige Kulturlandschaft soll geschützt werden

BönigenFür Teil 2 Landschaft der Ortsplanung läuft noch bis 13.Mai das Mitwirkungsverfahren. Die Gemeindeversammlung wird voraussichtlich im Dezember entscheiden.

An der Gemeindeversammlung im vergangenen Dezember wurde der erste Teil der Revision der Ortsplanung mit den Zonenplänen für das Siedlungsgebiet gutgeheissen. Für den zweiten Teil, der die Landschaft um das Dorf betrifft, liegen nun der Inventarplan, der Schutzzonenplan, die notwendigen Anpassungen des Baureglements und der Erläuterungsbericht auf der Bauverwaltung zur Mitwirkung auf. Bis am 13.Mai können Anregungen oder Einwendungen eingereicht werden. Gestützt auf die Mitwirkung wird die Planung überprüft. Im Rahmen der öffentlichen Auflage im Herbst sind Einsprachen möglich. Ziel ist, die Teilplanung im Dezember der Gemeindeversammlung vorzulegen. Naturnahe Kulturlandschaft Gemäss Erläuterungsbericht umfasst das Planungsgebiet die «kleinräumig strukturierte und vielerorts noch naturnahe Kulturlandschaft, deren Heterogenität zu pflegen und zu erhalten ist». Die Erhaltung des Mosaiks von Wald, Wiesen und Weiden sei nicht nur für die Landwirtschaft wichtig, sondern auch zur Verhinderung von Verwaldung, Verbuschung oder Erosion. Abgegrenzt wird diese Kulturlandschaft in Dorfnähe von den grossen Flächen «in sehr steilem und unzugänglichem Gelände» oberhalb von rund 900 Metern Höhe bis hinauf an den Grat. Dieses Gebiet mit viel Wald und Alpweiden biete in seiner Wildheit Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, heisst es. Im Teilplan Landschaft, der den Schutzzonenplan von 2002 ablöst, sind alle schützenswerten Gebiete und Objekte enthalten. Er umfasst auch alles, was jetzt schon kantonal oder auf Bundesebene unter Schutz steht. Die Pläne und der Erläuterungsbericht zeigen anschaulich die Vielfalt der erhaltenswerten Landschaften und Objekte in Bönigen. Wildschutz und Hecken Die Seefläche in Richtung Interlaken gehört zu einem Wildschutzgebiet für Wasservögel. Das Naturschutzgebiet Lütschisand an der Mündung der Lütschine bietet «auf kleinem Raum eine hohe Artenvielfalt», Bönigen hat aber auch Anteil am wichtigen Wildtierkorridor, der vom Änderberg im Westen her durch Wälder und Weiden und weiter über Iseltwald bis zu der Oberhasler Gemeinde Meiringen führt. Der Schutz des «abwechslungsreich gestalteten und gewachsenen» Uferbereiches am Brienzersee ist in den sechs bestehenden Uferschutzplänen geregelt. Erwähnt sind zudem Uferbereiche an der Lütschine. Entsprechend dem kantonalen Gewässernetz sind neben der Lütschine die Bäche enthalten, die aus steilen Gräben in den See fliessen. Zu den Schutzobjekten gehören Ufer- und Feldgehölze, Hecken, markante Einzelbäume am Seeufer und im Gebiet Allmi, Hochstamm-Feldobstbäume ufem Bömberg und eine Hochstammreihe an der Gsteigstrasse. Schutz wird gewährleistet Neben dem für den alten Dorfkern geltenden Ortsbildschutz und den zwei Umgebungsschutzgebieten Fischmatta und längs der A8, die nicht weiter überbaut werden sollen, enthält der Teilplan Landschaft auch einige Besonderheiten: Im Pfang (Richtung Iseltwald) besteht ein Trockenstandort von regionaler Bedeutung, im Erli stehen Kalkbrennöfen als «Relikt eines mittelalterlichen und neuzeitlichen Gewerbes» unter archäologischem Schutz, und die Alpwege nach Alpiglen und Chüenzle gelten als historische Verkehrswege. Verschiedene Änderungen definieren den Schutz der geschützten Landschaften und Objekte. So heisst es etwa, dass Hecken, Feldgehölze und Uferbestockungen in ihrem Bestand geschützt und gepflegt und notwendige Beseitigungen ersetzt werden müssen. Bei Planungen und Baubewilligungsverfahren im alten Dorfkern von Bönigen «ist die kantonale Denkmalpflege in jedem Fall einzubeziehen», wird festgehalten.Robert Aemmer >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch