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Die Trauer mit einem Lied verarbeitet

Der Tod von Melanie Bucher brachte nicht nur Schmerz, sondern auch viel Schönes. Klassenkameraden widmeten ihr das Lied «Where are you». Radio 32 hat den Song gesendet, als Podcast ist im Internet zu hören.

An der Gedenkstätte in Romont.
An der Gedenkstätte in Romont.
zvg

«Melanie, das kann nicht sein. Aber es ist wahr. Wo bist du? Wir werden dein freundliches Gesicht vermissen, dein Lachen, deine Fröhlichkeit und wie du warst. Wir werden sie im Herzen behalten, alle Erinnerungen an dich» – mit diesen auf Englisch gesungenen Worten haben sich die Freunde und Kameradinnen der Berufsfachschule Solothurn-Grenchen von Melanie Bucher verabschiedet. Die Initiative half ihnen in den Tagen nach Melanies Tod den Schock zu verarbeiten.

Nicolas Stucky komponierte die Musik, Susanna Orga, Jason Lanz und Ayça Bulut schrieben den Text. Gemeinsam sangen sie den Song an der Abschiedsfeier in der Lommiswiler Kirche. Buchers Nachbar Stefan Schwarz, ein aktiver Musik-allrounder, erkannte die Qualität des Stückes. Schwarz: «Ich wollte den jungen Musikern und dem Song eine Chance geben und brachte sie mit einem Tonmeister zusammen.» Matthias Heimlicher betreibt in Lommiswil ein Tonstudio: «Das Lied hat mich berührt und ich wollte den jungen Kreativen eine Plattform ermöglichen.» Heimlicher ist nicht allein Produzent, sondern auch Studiomusiker und ein Virtuose auf dem Mischpult. Er hat den Instrumentalteil neu eingespielt und mit dem bereits aufgenommenen Gesang gemischt.

Auf Sendung

Das Resultat überraschte positiv. Auf Radio 32 wurde «Where are you» gesendet. Marco Jaggi von Radio 32 meint: «Der Song - den wir im Juni zusammen mit einem Interview vorgestellt haben - ist im Computer-System gespeichert und kann von den Hörerinnen und Hörern gewünscht werden.» Wer das Stück kennenlernen will, kann es entweder bei Radio 32 wünschen oder auf der Homepage als Podcast anhören. Die Melanie gewidmete Internetseite (www.melibucher.ch) hat übrigens auch Stefan Schwarz, gemeinsam mit Florian Marchon, gestaltet.

Trauer verbindet. Ihre Kraft veranlasst Menschen, miteinander zu sprechen, miteinander zu weinen, sich zu trösten. Dies geschieht spontan und entspricht dem Bedürfnis, das Leid mit anderen zu teilen. Diese spontane Form der öffentlichen Traueräusserungen hat in den letzten Jahren zugenommen und zeigt, dass sich auch in unserer Gesellschaft die Trauerkultur weiter entwickelt. In diesem Sinne sprechen die Schlusstakte von «Where are you» aus, was viele fühlen: «Wir wissen, du kommst nie mehr zurück. Doch du wirst in unseren Herzen weiterleben. Es wird Zeit brauchen, bis die dunkle Wolke verschwunden ist. Von jetzt an bist du unsere Sonne.»

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