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Die schüchterne Amy kehrte als Superstar zurück

Umwerfende Präsenz im Glitzerkleid: Amy Macdonald begeisterte zwei Jahre nach ihrem legendären Auftritt Tausende Gurtenbesucher. Die bescheidene Schottin lieferte mit ihrem Konzert einen der Höhepunkte des Festivals.

Der Gurten liebt Amy Macdonald. Und Amy Macdonald liebt den Gurten. «Ihr seid das beste Publikum, und der Gig damals war einer der besten, den ich je hatte», verkündete sie gestern Abend vor Abertausenden von Fans und spielte auf ihren glorreichen Gurtenauftritt vor zwei Jahren an. Die 22-jährige Schottin schloss den Meitschi-Tag auf der Hauptbühne ab – weit weniger wütend als ihre Vorgängerinnen von Florence und Skin. Schottisches Ständchen Doch am Anfang war die Parade: Dudelsackspieler (und -spielerinnen!) marschierten auf die Bühne und gaben ein echt schottisches Intro zum Besten. Dann kam die Aufsteigerin, die in der Schweiz eben Doppelplatin erhalten hat. In glitzerndem Kleid – wahrscheinlich aus dem Glasgower Topshop, in dem sie immer noch unerkannt shoppen kann –, mit gewohnt mörderisch hohen Schuhen und einer umwerfenden Präsenz. Es ist immer wieder erstaunlich, was aus diesem dünner gewordenen und im Interview so scheuen Persönchen herauskommt. Starke Songs von einer starken Stimme. «Ich schreibe gute Songs» Dass sie vor zwei Jahren alle Leute vom Züri-West-Auftritt an ihre Performance holte, tue ihr heute noch leid, sagte sie im Interview vor dem Konzert. Dass die Schweizer sie so sehr lieben – sie bewahrt auch zwei Swiss Music Awards zu Hause in Glasgow auf – erstaunt sie. «Vielleicht mögt ihr mich, weil ich nicht versuche, jemand anders zu sein», mutmasst sie. «Ich schreibe gute Songs, und ihr hört gern gute Musik.» Gute Songs schreibt sie tatsächlich, und sie weiss sie auch zu performen. In schottischer Erzähltradition gabs zu jedem Lied noch eine Geschichte. Wie die 15-jährige Amy in ihrem Zimmer Lieder komponiert, wie sie sich selber zum ersten Mal zufällig am Radio hört oder dass The Killers ihre Lieblingsband ist. Nur über einen will sie nicht sprechen. «‹Poison Prince› ist fünf Jahre alt», sagt sie unwirsch, «das ist vorbei.» Dass Pete Doherty, von dem der Song handelt, am Donnerstag hier war, ist ihr egal. Nicht aber ein anderer: Gegen Ende sang Amy Macdonald «Born to Run» ihres grossen Vorbilds Bruce Springsteen. Und verabschiedete sich mit dem überhaupt stärksten Song: «Let’s Start a Band». Behalte deine, Amy, möchte man entgegnen. Nina Kobelt >

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