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Die Messerstecherin ist kaum therapierbar

Eine «grosse Rückfallgefahr» sieht die Psychiaterin bei der jungen Frau, die Ende 2008 im Florapark einen Mann erstochen hat.

Die Tat sorgte über Bern hinaus für Aufsehen: In der Nacht auf den 18.November 2008 erstach eine junge Frau im Berner Florapark einen 52-jährigen Mann. Damit machte sie eine Gewaltfantasie wahr, die sie schon seit Jahren hatte. Gestern erschien die 24-jährige Frau vor dem Kreisgericht Bern-Laupen, wo die Befragung der psychiatrischen Gutachterin anstand. Diese schätzt die Rückfallgefahr als gross ein. Sie bezweifelt, dass die Angeschuldigte ihre Gewaltfantasien dauerhaft unter Kontrolle behalten kann. «Es handelt sich hier um einen ausser-ordentlich schweren Fall», sagte die Ärztin. Eine Behandlung sei schwierig, wie die langjährige Krankheitsgeschichte der Täterin zeige. «Ich sehe keinen Therapieansatz, von dem man sagen könnte, dass er sicher Erfolg bringt.» Dem widersprach der Verteidiger. Er mutmasste, dass seine Mandantin bisher bloss falsch therapiert worden sei. Mit der richtigen Massnahme gäbe es Aussicht auf Besserung. Das Gericht wird sein Urteil im September fällen. Die junge Frau war schon vor der Tat im Florapark kein unbeschriebenes Blatt: Als 15-Jährige hatte sie versucht, ihren Bruder zu erstechen. Später geriet sie wegen Raubüberfällen mit dem Gesetz in Konflikt. Eine Untersuchung kam 2009 zum Schluss, dass für die junge Täterin der richtige Platz im Strafvollzug gefehlt habe. So sass sie eine gewisse Zeit mit der Parkhaus-Mörderin von Zürich im Hochsicherheitstrakt von Hindelbank. Später erhielt sie dafür in einer Wohngruppe viele Freiheiten. Man habe ihre Gefährlichkeit unterschätzt, so das Ergebnis der Untersuchung. mm Seite 26>

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