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Die Jugendarbeit will nach Korsika

UnterseenDie Jugendarbeit Bödeli (JAB) unter der Leitung des Sozialpädagogen Stefan Beutter bietet Jugendlichen ein Abenteuerferienlager auf der Insel Korsika an. Bisher ist das Interesse allerdings gering. Andere Projekte der JAB sind erfolgreicher.

«Mit dem Ferienlager in Korsika sprechen wir dieses Jahr einmal die mittleren und höheren Einkommensschichten an. Wir wollen ausprobieren, ob wir mit einem Lagerangebot bei den Jugendlichen richtigliegen», erklärt Stefan Beutter (35), Sozialpädagoge und Leiter der Jugendarbeit Bödeli (JAB) in Unterseen. Die Herausforderung für die Jugendlichen, eine andere Kultur und Sprache kennen zu lernen und Abenteuer beim Campen zu erleben, sei ungleich grösser, als wenn man hierbliebe, fügt Beutter hinzu. Zudem regne es auf Korsika nicht, und das Kajakfahren sei günstiger als in der Schweiz. Mindestens 12 und maximal 14 Anmeldungen sind nötig, damit das Abenteuerlager vom 10. bis 20. im kommenden Juli durchgeführt werden kann. Da Beutter Korsika gut kennt, kann die JAB die ganze Reise zum Preis von 600 Franken pro Schüler anbieten. Seit Januar läuft die Anmeldefrist für das Lager in Korsika. «Für mich ist es schwer, einzuschätzen, ob sich genügend Teilnehmer finden. Ich kenne die Mentalität der Leute hier noch nicht so gut», sagt Stefan Beutter. Eine Nachfrage dieser Zeitung bei Schülern der Schule Unterseen diese Woche ergab, dass das Interesse am Ferienlager nicht so gross ist. Bis jetzt hat sich erst eine Schülerin definitiv angemeldet. Die meisten der Jugendlichen erklärten, im Juli mit ihrer Familie in die Ferien zu fahren oder nicht mitmachen zu dürfen. Andere sagten, sie hätten Verpflichtungen im Sport oder seien nicht interessiert. Beziehungen aufbauen Ist das ein Zeichen dafür, dass die JAB an der Jugend vorbei arbeitet? Stefan Beutter, Nachfolger von Andrea Schärmeli, leitet die Jugendarbeit Bödeli seit etwa viereinhalb Monaten. Sein Aufgabengebiet beinhaltet unter anderem die Suche nach Sponsoren für die meisten Projekte oder nach geeigneten Räumen für grössere Jugendanlässe. Den Schwerpunkt seiner Arbeit sieht Beutter in der Kommunikation mit den Jugendlichen im Alter von 8 bis 12 und 13 bis 18 Jahren. «Beziehungsarbeit ist keine kurzfristig abrufbare Ware. Sie muss gelebt und gepflegt werden», sagt Beutter. Jugendliche anlocken Die Jugendarbeit Bödeli agiert möglichst vielfältig und flexibel. Das Team ist mit aufsuchender Arbeit, Facebook und SMS täglich in den Lebenswelten der Jugendlichen präsent. Das JAB-Mobil besucht regelmässig die Schulhöfe der Vertragsgemeinden, organisiert Spiele und verteilt Flyer von aktuellen Angeboten. Auch auf der Höheweg-Promenade oder anderen öffentlichen Plätzen sucht die Jugendarbeit das Gespräch mit Jugendlichen. Themen sind etwa Prävention, Drogen oder Littering. Nicht alle Mädchen und Jungen sind dafür aufgeschlossen. Aber Beutter kennt einen Trick: «Wir bieten den Jugendlichen beispielsweise Kondome an. Das funktioniert wie ein Türöffner.» Iglu-Abenteuer gewünscht Im Jugendhaus Sixtyseven an der Hauptstrasse 67 in Unterseen können sich die Jugendlichen an mehreren Nachmittagen der Woche treffen, sich austauschen, spielen oder Bewerbungen schreiben. Es ist immer ein Ansprechpartner vom JAB-Team in der Nähe. Die JAB-Mitarbeiter besuchen Schulklassen und versuchen, die Bedürfnisse und Wünsche der Schüler herauszufinden. «Im März findet ab dem 13. ein Iglu-Abenteuer für Jungen auf der Engstligenalp statt. Das haben sich Mitglieder einer Jungengruppe gewünscht», informiert Beutter. Die Jugendlichen werden zudem in ihrem Schaffen unterstützt: so etwa die Jugendbandnacht im Restaurant Anker, wo die Jungen und Mädchen ihr musikalisches Können zeigen (wir haben berichtet). Der Leistungsauftrag der Vertragsgemeinden (Interlaken, Matten, Unterseen, Bönigen, Wilderswil und Leissigen) an die Jugendarbeit legt den Schwerpunkt auf Animation, Begleitung, Information, Beratung und Entwicklung sowie auf die Fachberatung der JAB für die Jugendlichen, ihre Eltern und andere Institutionen. Die Leistungsbeiträge der Anschlussgemeinden JAB berechnen sich nach der Einwohnerzahl (insgesamt über 20 000 Personen). Die gesamten Gemeindebeiträge sind von total 67500 (2010) auf neu 81800 Franken im Jahr 2011 gestiegen. Die befragten Gemeinden (siehe Kasten) äusserten sich durchwegs positiv über die Tätigkeiten der JAB. Kritik wegen Alkoholtests Er rechne mit etwa zwei Jahren Aufbauarbeit für seine Stelle, sagt Beutter. Generelle Kritik an der Arbeit der JAB habe er bis jetzt noch nicht erfahren müssen. «Einzig die Alkoholtests, die wir in einigen Läden gemäss einem Leitfaden durchgeführt haben, wurden uns teilweise vorgeworfen.»Monika Hartig>

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