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Die Gasfabrik wird neu gebaut

450 Männer besuchten

Die Diskussion um den Gaswerkneubau (insbesondere um die zentrale Frage des Standortes) entbrannte vor 100 Jahren in Thun. Die von 450 Mann besuchte Versammlung der Einwohnergemeinde beschloss die Erstellung eines grossen Abwasser-Sammelkanals für das linke Aareufer und den Neubau einer Gasfabrik auf dem bisherigen Areal. Weiter sorgten vor 100 Jahren für Schlagzeilen: 4.1.1910 Seit dem Bestehen des hiesigen Arbeitsamtes weist das verflossene Jahr die grösste Frequenz auf. 426 Arbeitgeber und 618 Arbeitnehmer haben sich gemeldet. Arbeitsvermittlungen erfolgten 373. 4.1.1910 Anlässlich des Jahreswechsels lädt die Stadtbibliothek geziemlich zum Beitritt. Die Lesegebühren betragen pro Jahr Fr.5.–, pro Halbjahr Fr.3.–, pro Vierteljahr Fr.2.– und pro Monat Fr.1.–. Der Bibliothekar: Dr.Huber. 6.1.1910Für den Besuch der Flugversuche mit Aeroplanen auf dem Waffenplatz Colombier werden Extrazüge zum Einsatz gebracht. Der Fahrpreis ab Thun retour beträgt II.Klasse Fr.9.30 und III.Klasse Fr.6.10, der Eintritt zum Zuschauerplatz Fr.1.–. 7.1.1910 Die Licht- und Wasserwerke haben im Interesse einer raschen Störungsbehebung die Wohnung ihres Monteurs, Brönimann, mit der hiesigen Telefonzentrale verbunden. Der Monteur kann so nach Büroschluss 6 Uhr, samstags 5 Uhr, erreicht werden. 10.1.1910 Zum Präsidenten des Gemeinderates wird wie erwartet Grossrat Lanz gewählt, zum Vizepräsidenten Bahnhofvorstand Ruch. 10.1.1910 Grossrat Lanz wurde als Präsident des Gemeinderates, Bahnhofvorstand Ruch als Vizepräsident wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung war ausserordentlich schwach. 12.1.1910 Der Verein Blaues Kreuz will den «Schweizerhof» erwerben und zum «Blaukreuzhof» umfunktionieren, verbunden mit Volksküche und Kaffeehalle. 14.1.1910 Dr.Born und Oberst H.Moser fordern, den geplanten Neubau des Gaswerks nicht am alten Standort, sondern im Lerchenfeld zu erstellen. Sie begründen ihr Ansinnen mit der grossen Explosionsgefahr und der Nähe zu den von vielen Arbeitern frequentierten Militärbetrieben. 15.1.1910 Bewohner der Mittleren Strasse bemängeln die schlechte Beleuchtung in ihrem Quartier. Ebenso, dass die Strassen bei grosser Glätte erst um die Mittagszeit geräumt würden. 15.1.1910 Der Royal-Kinematograph im Hotel Löwen zeigt ein Programm, das selbst in grossen Städten Aufsehen erregen würde. «Die Schreckensherrschaft eines römischen Cäsaren» handelt von den Untaten Neros. 18.1.1910 Das Schulhaus Dürrenast soll von Sachverständigen auf seinen Zustand hin (drohende Einsturzgefahr) untersucht werden. 19.1.1910 Die Arbeiten für die Trambahn nach Interlaken wurden an die Firmen Frutiger (Oberhofen) und Lanzrein & Meyerhofer (Thun) vergeben. Die elektrischen Installationen werden durch Allioth & Cie. (Münchenstein) ausgeführt. Die elektrische Energie wird durch die Kanderwerke geliefert. 19.1.1910 Die Viehauffuhr am Markt betrug 370 Kühe, 45 Kälber und 330 Schweine. Schafe, Ziegen und Pferde wurden nicht aufgeführt. Versandt wurden ab Bahnhof in 94 Wagen 344 Stück. 21.1.1910 Paul Krummenacher lädt zum Austrinket im Restaurant Kleiner Hirschen, auch Mehlstübli genannt, auf dem Rathausplatz. 22.1.1910 Die Gemeindekanzlei schreibt die Stelle eines Rechnungskontrolleurs der Gemeinde neu aus. Die Arbeiten sind als Nebenbeschäftigung zu betrachten und müssen hauptsächlich nach Büroschluss bewerkstelligt werden. 25.1.1910 Die Gemeindeversammlung Strättligen beschliesst den Ankauf von Quellwasser und den Bau eines leistungsfähigen Verteilnetzes. 25.1.1910 Die Freibank Thun gibt ein Quantum Schweinefleisch per ½ Kilo zu 50 Rappen ab. 26.1.1910 Endlich ist es eingetroffen, das langersehnte Schlittelwetter. Unsere Schlittelbahn, die Goldiwilstrasse, ist die denkbar idealste Anlage für diesen Sport. 28.1.1910 Ab sofort ist das Führen von Privattelefongesprächen zur gewöhnlichen Taxe und ohne Zuschlag auch vom Bahnhof Thun aus möglich. 28.1. 1910 Seit einigen Tagen ist das Telegraphenbüro auf dem Bahnhof auch mit dem eidg. Telegraphennetz verbunden. Nun können auch im Bahnhof Privattelegramme zur gewöhnlichen Taxe aufgegeben werden. 29.1.1910 Die Zivilstandschronik verzeichnet für 1909 in Thun 167 Geburten und 149 Todesfälle. Es fanden 127 Trauungen statt. 29.1.1910 Nebst 10110 Heften schreibt die Gemeindekanzlei auch folgende Schulmaterialien zur Lieferung aus: 1020 Griffel, 450 Federhalter, 17280 Federn, 700 kleine Schwämmli und 800 Schiefertafeln. 31.1.1910 Am grossen Schlittenrennen Goldiwil–Thun wird bemängelt, dass die Strecke nicht, wie bei ähnlichen Veranstaltungen in Graubünden, abgesperrt war. Sieger wurde Willhelm Rupp aus Goldiwil in 6 Minuten und 41 Sekunden. 31.1.1910 Der von der Stadtmusik im Freienhof durchgeführte Maskenball war von etwa 60 Maskierten besucht. Besonders zahlreich waren die Zuschauer auf der Galerie.pd Quelle: Stadtarchiv Thun >

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