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Die Alte Aare soll aufleben

Lyss–DotzigenDie zehn Gemeinden entlang der Alten Aare wollen das Gebiet vor Hochwasser schützen. Dies soll mit einem natürlicheren Aarelauf und Überflutungsflächen erreicht werden.

Besserer Schutz vor Hochwasser und eine natürlichere Landschaft: Dieses Ziel verfolgt der Wasserbauverband Alte Aare. An einer Medienkonferenz stellten die Verantwortlichen ihre Pläne zur Umgestaltung vor. «Wir wollen Ventile für den Abfluss des Wassers schaffen», sagte Verbandspräsident Hermann Käser. Bei einem Hochwasserstand der Alten Aare soll unter anderem Wasser in die Wälder und Felder geleitet werden können. Aufgewertete Auenwälder Bereits heute sind die Gebiete entlang des Flusses im nationalen Auenwaldinventar aufgeführt. «Diese Gebiete trocknen aber zunehmend aus und werden sich in einigen Jahren nicht mehr von einem normalen Wald unterscheiden», erklärte Projektkoordinator Ueli Roth. Eine phasenweise Überflutung dieser Wälder mache schon aus diesem Grund Sinn. So würden sich stehende Gewässer und kleine Gerinnsel bilden – ein wichtiger Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten. Den Charakter einer Auenlandschaft einigermassen beibehalten hat das Schwadernaugrien. Kleinere und grössere Wasserstellen sowie Flachmoore bieten hier seltenen Amphibienarten Raum zum Überleben. Dort gibt es 30 verschiedene Libellenarten. Die Erschliessung dieses stillgelegten Flusslaufes ist ein Schwerpunkt des Projektes. Führt die Alte Aare viel Wasser, soll es wieder durch den früheren Nebenarm fliessen können und sich im Auenwald ausbreiten. Noch bildet aber die Dotzigenstrasse Richtung Scheuren ein Hindernis. Hier muss ein Tunnel unter der Strasse gebaut werden. «Zurzeit lassen wir abklären, ob es Altlasten im Boden des ehemaligen Nebenarms gibt», sagte Roth. Früher habe man die natürlichen Mulden mit Ziegelsteinen und weiterem Material aufgeschüttet. Roth ist aber überzeugt, dass dieses Gerinne wieder erschlossen werden kann. Felder überschwemmen Als weitere Massnahmen werden die Überflutung von Feldern und der Bau neuer Dämme erwogen. Dient ein vorgängig deklariertes Feld bei Hochwasser als Ventil, erhält der Landwirt den Schaden vergütet. «Wir wissen: Das ist ein emotionales Thema», sagte Käser. Und relativierte gleich: «Die Überflutung eines Feldes wird pro Landwirtgeneration vermutlich höchstens einmal vorkommen.» Erste Priorität beim Hochwasserschutz hätten aber die Siedlungsgebiete, und da könne ein solcher Notfall eintreffen. Der künftige Lyssbachstollen werde auf die Situation unterhalb von Lyss wenig Einfluss haben, erklärte Jörg Bucher als Vertreter des Kantons. Beim Austritt aus dem Stollen fliesse zwar mehr Wasser Richtung Aare, doch das führe nur zu einer schwachen Mehrbelastung. Zahlen zu den Kosten nannten die Verantwortlichen nicht. Der Bau eines Durchlasses unter der Strasse sowie der Bau und die Erhöhung von Dämmen werden einige Millionen Franken verschlingen. Der Bund stellt eine Kostenbeteiligung von 90 Prozent in Aussicht.Ursula Grütter>

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