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Deutschland plant Atomausstieg bis 2022

EnergieDeutschland schlägt neue Wege bei der Energieversorgung ein: Die

Als Folge der Atomkatastrophe in Fukushima hat Deutschlands Regierung den Atomausstieg bis 2022 besiegelt. Dann wird das letzte der 17 deutschen AKW abgeschaltet. Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht den Schritt zugleich als «riesige Chance» und «grosse Herausforderung». Die Regierungschefin präsentierte gestern in Berlin die Vereinbarungen zum Atomausstieg, auf den sich die Koalitionsparteien CDU/CSU und FDP in der Nacht zuvor geeinigt hatten. Die Koalition wolle «die Wende zu einem wirklichen Strom der Zukunft» schaffen, sagte sie. Der Plan der Regierung sieht vor, die sieben ältesten AKW nicht mehr in Betrieb zu nehmen. Sie alle wurden unmittelbar nach der Katastrophe in Japan vom Netz genommen. Eine der Anlagen soll allerdings als Reserve für mögliche Stromengpässe in einem «Stand-by»-Modus bleiben. Sechs weitere Kraftwerke sollen bis zum Jahr 2021 abgeschaltet werden, die letzten drei spätestens ein Jahr danach. Kehrtwende der Regierung Mit dem Entscheid legt die Koalition eine Kehrtwende hin: Erst vor einem halben Jahr hatte sie die AKW-Laufzeiten gegen heftige Proteste bis um das Jahr 2040 verlängert. Nun sagte Merkel, die Energieversorgung Deutschlands müsse grundlegend verändert werden. Dies sei möglich, wie ein Bericht der Ethikkommission zur Kernenergie aufgezeigt habe. Der Bericht soll laut der Kanzlerin «Richtschnur» bei den Entscheidungen der Regierung sein. Die AKW lieferten im vergangenen Jahr ein Viertel des Strombedarfs Deutschlands. Um diesen Anteil zu kompensieren, sollen die erneuerbaren Energien ausgebaut werden: Ihr Anteil soll bis 2020 von heute gut 17 Prozent auf 35 Prozent steigen. Gleichzeitig sollen aber auch neue, mit fossilen Brennstoffen betriebene Kraftwerke in Betrieb genommen werden. Die Regierung will nun am Freitag noch einmal mit den Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer beraten. Die Gesetze zum Atomausstieg sollen am kommenden Montag beschlossen werden. Bundestag und Bundesrat sollen diese bis zum 8. Juli endgültig verabschieden. Die Regierung strebt dabei einen breiten Konsens mit der Opposition an. SPD und Grüne schlossen eine Zustimmung nicht aus, sehen aber noch viele offene Fragen. Die Linke verlangte einen sehr viel schnelleren Ausstieg. Auch Umweltschutz-Organisationen wünschten ein höheres Tempo. Greenpeace monierte beispielsweise, der Ausstieg bis 2022 sei nicht der schnellstmögliche. Auf Ablehnung traf der Entscheid auch beim Wirtschaftsverband BDI. Es handle sich um «eine abenteuerliche Vorstellung für ein hochentwickeltes Industrieland». Die Energiekonzerne zeigten sich unterdessen besorgt über den Zeitplan des Atomausstiegs. sda>

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