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Der Rat muss über die Bücher

RütschelenEin Spielplatz: ja. Aber nicht einer, wie ihn

Umstritten war an der Gemeindeversammlung vom Montagabend in Rütschelen nur ein einziges Thema: der Bau eines «Gschichtespielplatzes». 58 der 84 Stimmberechtigten – darunter auch ein Gemeinderat – wiesen den Antrag des Gemeinderats letzten Endes zurück. Nun wird sich eine Arbeitsgruppe der Sache annehmen. Angst vor Auswärtigen «Begegnungsorte sind für den Zusammenhalt eines Gemeinwesens wichtig», hatte Gemeinderat Niklaus Leuenberger die Präsentation des Spielplatzprojekts zuvor eingeleitet. Mit einer Arena (gedacht als Freiluftschulzimmer sowie für Theater- und Musikdarbietungen), einem Picknicktisch, einer besonderen Ecke für die Kleinsten und einem Tummelfeld zum Turnen und Kraxeln erweckte das Projekt «Gschichtespielplatz» an und für sich einen guten Eindruck. Eine Elterngruppe meldete allerdings Bedenken an. Sie befürchtet, dass der geplante Platz zu attraktiv werden und in der Folge auch von Auswärtigen aus der näheren Region besucht werden könnte. Hauptsächlich aber wurde das fehlende Gesamtkonzept kritisiert. Mit Bildern wurde dokumentiert, wie erbärmlich es um den bestehenden Pausenplatz und die ganze Schulhausumgebung mit ihren windschiefen Fussballtoren und kaputten Zäunen stehe. Hier sah die Elterngruppe einen weitaus dringenderen Handlungsbedarf. Auch bei der Mehrheit der Anwesenden rannten die Kritiker mit ihrem Rückweisungsantrag offene Türen ein. Einzig Gemeinderat Leuenberger widersprach ihnen. Er glaube nicht, dass plötzlich Scharen von Touristen Rütschelen heimsuchen würden. Aber man könne die Sache natürlich bis 2015 hinausschieben 200000 Franken Defizit Keine Wortmeldungen gab es am Montagabend hingegen zum neuen Datenschutzreglement sowie zum Teilersatz der Wasserleitung am Birkenweg. Beide Vorlagen vereinten eine klare Ja-Mehrheit auf sich. Unklar bleibt allerdings, wieso die Wasserleitung schon nach vierzig Jahren ersetzt werden muss. Normalerweise ist ein Ersatz erst nach achtzig Jahren nötig. Auch die Rechnung wurde diskussionslos durchgewinkt. Sie schliesst im Rahmen des Voranschlags mit einem Defizit von gut 200000 Franken. Das Eigenkapital der Gemeinde beträgt damit noch 2,6 Millionen Franken. Hanspeter Flückiger >

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