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Der «Büezer» brachte die Arena zum Kochen

Thun20000 Zuschauer feierten am Samstag Gölä und seine zeitlosen Mundarthits in der Arena Thun. Polo Hofer und Hanery Amman liessen vorher die legendären Songs von Rumpelstilz neu aufleben.

Am Samstagabend liess Gölä bei seiner ersten Stadionshow ein wahres Feuerwerk abbrennen. Vor 20000 Fans in der Arena Thun lief der Mundartrocker zu Hochform auf und begeisterte die Menge. Vorher heizten Polo Hofer und Hanery Amman dem Publikum mit Rumpelstilz-Liedern ein. Tausende von Menschen pilgerten im Shuttlebus vom Bahnhof ins Stadion zum ersten grossen Konzertevent. Die Stimmung war ausgelassen, und bereits am Nachmittag sicherten sich Fans Plätze in der vordersten Reihe für den Hauptact. «Wir sind echte Gölä-Weiber und warten hier schon seit 14 Uhr», sagte Moni Wüthrich aus dem Aargau, die Gölä mit ihren Kolleginnen bereits 30-mal live gesehen hatte. Neben viel Musik erlebten die Besucher auch ein launisches Wetter. Während am Nachmittag die schwüle Hitze für riesige Schlangen vor den Getränkeständen sorgte, mussten die Fans gegen Abend während der Auftritte von Polo und Gölä im strömenden Regen ausharren. Trotzdem blieb die Stimmung gut, auch wenn die grossen Wartezeiten bei Verpflegung und Toiletten für rote Köpfe sorgten. «Die Stimmung ist grossartig», so der Zürcher Polo-Fan Pascal Bickel. «Aber die Organisation lässt zu wünschen übrig.» Nostalgisches Comeback Darauf hatten die Fans gewartet: Hanery Amman und Polo Hofer auf der Bühne wiedervereint. Die beiden kreativen Köpfe von Rumpelstilz spielten zahlreiche Hits aus ihrer gemeinsamen Bandzeit. Trotzdem wollte der Funke nur langsam rüberspringen. Beim Hit «Teddybär», warfen sich Hanery und Polo nostalgische Blicke zu. Erste Regentropfen fielen, und Schirme wurden aufgespannt. «Es regnet doch gar nicht», scherzte Polo und gab seinen grossen Hit «Alperose» zum Besten, der vom Publikum voller Inbrunst mitgesungen wurde. Vorwiegend alte Hits und wenig Neues wurden gespielt. Während Hanery am Piano aufblühte, kämpfte Polo mit seiner geschwächten Stimme. Trotzdem merkte man der Band die Spielfreude an, und als Polo für die Zugabe auf die Bühne zurückkehrte, strahlte das Urgestein der Schweizer Rockmusik. «Es war schön mit euch», bedankte er sich und sang zusammen mit Hanery den Rumpelstilz-Song «Stets i Truure». Göläs Heimspiel Endlich, um neun Uhr, erschien Gölä mit einem Paukenschlag auf der Bühne. Abgeseilt an einem Kran, schwebte der Mundartsänger übers Publikum und begann sein Konzert mit einem Song aus seiner aktuellen CD «z’Läbe fägt». Gölä, aufgewachsen in Oppligen in der Nähe von Thun, hatte Heimspiel. Bereits nach den ersten Gitarrenriffs tobte das Publikum. Gölä scherzte, versuchte sich im Beatboxen und reihte Hit an Hit. Immer im Kontakt mit dem Publikum zelebrierte er seine Hits. «Büezer», «Uf u dervo», «D’Stadt» – er spielte sie alle. Begleitet von talentierten Musikern und stimmgewaltigen Backgroundsängerinnen, denen er Platz für virtuose Darbietungen gab. Doch die grosse Überraschung folgte erst. Kurz vor Ende stimmte die Band plötzlich die Hitsingle «Sex» an, und der Interpret Florian Ast stürmte als unangekündigter Gaststar auf die Bühne. Gölä und Florian Ast liessen es sich nicht nehmen, ein gemeinsames Lied zum ersten Mal zu performen. «D’Sunne schiint nümme» sorgte mit Ohrwurmcharakter für Begeisterung unter den Fans. «Wir treffen uns seit einiger Zeit und machen zusammen Musik», verriet Gölä. Nach tosendem Applaus kehrte Gölä für die Zugabe zurück. Seine beiden grössten Hits hatte er noch im Köcher. «Haben wir die nicht schon gespielt?», scherzte er ins Publikum und stimmte den «Schwan» und danach «I hätt no viu blöder ta» an, bei denen der Refrain aus Tausenden von Kehlen mitgesungen wurde. Unter bombastischem Feuerwerk verabschiedete sich Gölä und liess ein begeistertes Publikum zurück, das seine Lieder noch auf der Heimfahrt auf der Strasse, in den Bussen und am Bahnhof lauthals anstimmte. David Oesch>

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