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Das Spiel rund um den Ball ist ein Pflegefall

«Sport ist Mord!» So krass formulieren es vielleicht Bewegungsmuffel, wenn es darum geht, sich an einem lauen Sommerabend vor dem Training zu drücken. Sport kann aber tatsächlich gefährlich sein. Jedes Jahr verletzen sich in der Schweiz mehr als 60000 Menschen beim Spiel mit dem Ball (siehe Grafik) – das sind zweimal so viele Personen, wie im ausverkauften Stade de Suisse Platz finden. Die Unfälle rund um den Ball verursachen pro Jahr mehr als eine Million Ausfalltage und für die Versicherer Kosten von über 180 Millionen Franken. Diese Ausgaben wirken sich negativ auf die Prämien aus – ein Teufelskreis. Deshalb hat die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) zusammen mit der Sportmedizinerin Kerstin Warnke und den fünf führenden Ballsportverbänden Fussball, Handball, Volleyball, Basketball und Unihockey das Trainingsprogramm «Sport Basics» entwickelt. Die Suva, welche 115000 Unternehmen beziehungsweise 2 Millionen Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert, ist überzeugt, mit diesem Präventionsprogramm das Unfallrisiko bis ins Jahr 2014 um rund 10 Prozent zu senken. Konkret: In den nächsten vier Jahren sollen etwa 6000 Unfälle verhindert werden. Hitzfeld als Gastredner Der offizielle Start zur Kampagne am 14.4. wurde mit Bedacht gewählt und erinnerte an die Notfallnummer 144. Prominenter Redner im Haus des Sports von Swiss Olympic in Ittigen war Ottmar Hitzfeld. Der Trainer des helvetischen Fussballnationalteams befürwortet die Aktion der Suva und appelliert an die Eigenverantwortung der Sportler, denen er rät, sich vor jedem Wettkampf entsprechend aufzuwärmen (siehe Interview unten). «Sport Basics» hält in erster Linie Ballsportler an, täglich zehn Minuten Kraftgymnastik zu betreiben. Heinz Wyss, Kampagnenleiter Ballsport der Suva, sprach in seiner Rede davon, dass sich an Grümpelturnieren pro 1000 Fussballspieler statistisch 3,5 Unfälle ereignen. Verletzungen der Sprunggelenke und Bänder im Knie sowie Rücken- und Schulterbeschädigungen gehören zu den häufigsten Verletzungen im Ballsport. Deshalb hat Kerstin Warnke, leitende Ärztin des Schweizer Teams für Olympische Sommerspiele, ein Trainingsprogramm mit sechs Basisübungen zusammengestellt, mit dem die Schwachstellen gestärkt werden sollen. Der Schwerpunkt wird auf das Kräftigen und Stabilisieren der betroffenen Körperteile gelegt. Die Übungen dienen nicht nur der Prävention, sondern tragen auch zur Verbesserung oder Erhaltung der persönlichen Fitness bei. «Die Übungen eignen sich sowohl für Breiten- als auch für Leistungssportler; grundsätzlich sind sie für alle geeignet, die etwas für ihre Fitness tun möchten», sagt Warnke. Trainer als Multiplikatoren Die fünf Ballsportverbände sowie Swiss Olympic haben sich bereit erklärt, «Sport Basics» als festen Bestandteil in die Trainerausbildung zu integrieren. Gemäss Heinz Wyss wurden sämtliche Verbandsinstruktoren in den vergangenen Wochen intensiv mit dem Trainingsprogramm vertraut gemacht. Ab sofort werden alle Trainer in Grund- und Fortbildungskursen darin geschult. Auf diese Weise können über 400000 lizenzierte Sportlerinnen und Sportler erreicht werden. Weil es häufig ein Jahr dauern kann, bis der Heilungsprozess nach einem Unfall abgeschlos-sen ist und die Suva die entsprechenden Unterlagen (Arzt-, Spital- und Operationsberichte sowie Polizeirapporte) auswerten kann, wird die statistische Erhebung für das Jahr 2009 erst im kommenden Mai erfolgen. Thomas Wältiwww.suva.ch>

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