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Das Pfahlbau-Erbe wird zur Attraktion

dreiseenregionBern, Waadt, Neuenburg und Freiburg wollen sich gemeinsam um das Pfahlbauerbe kümmern.

Als die Pfahlbauer ihre Siedlungen am Bielersee bauten, war ein Territorium namens Kanton Bern noch Zukunftsmusik. «Die Pfahlbauer kannten diese Grenzen nicht», sagte der Berner Bildungsdirektor und Regierungsratspräsident Bernhard Pulver gestern in Sutz. Aus diesem Grund liege es nahe, dass sich die vier Kantone Bern, Waadt, Neuenburg und Freiburg gemeinsam um das Unesco-Weltkulturerbe kümmern. Zu diesem Zweck wurde nun ein interkantonale Arbeitsgruppe mit Fachleuten aus dem Bildungs- und Tourismusbereich gebildet. Kein Massentourismus Dass sich gerade diese vier Kantone zusammengetan haben, ist kein Zufall, wie der Neuenburger Regierungsrat Philippe Gnaegi erklärte: Die Dreiseenregion bilde seit den ersten Entdeckungen von Pfahlbauspuren den wissenschaftlichen Kern bei der Erforschung. Zudem seien die Pfahlbau-Fundstätten eng mit der heutigen Identität der Region verbunden. «Die Dreiseenregion verfügt über alle nötigen Mittel, um das Unsichtbare sichtbar zu machen.» Für Gnaegi besteht keine Notwendigkeit, ein neues zentrales Besucherzentrum für mehrere Millionen Franken zu erstellen. Es gebe bereits ein breites Spektrum an Informationsangeboten. Gnaegi strich dabei besonders das Laténium in Hauterive hervor. «Es ist bestens positioniert, um fortan eine zentrale Rolle bei der Förderung und Bekanntmachung der Pfahlbauten zu spielen.» Auch der Leiter der Berner Kantonsarchäologie, Daniel Gutscher, betonte, es mache keinen Sinn, drei neue Museen im Stile des Laténiums zu bauen. Vielmehr gehe es darum, das bestehende Angebot zu vernetzen. Er warnte zugleich vor falschen Erwartungen. «Weltkulturerbe-Stätten lösen keinen Massentourismus aus.» Er verwies dabei auf die erste von inzwischen elf Schweizer Unesco-Stätten, das Kloster Müstair. «Die Nonnen leben dort, wie sie das seit karolingischer Zeit tun.» Wichtig sei es, die Leute zu kanalisieren. Dazu brauche es intelligente Rezepte. Bestimmtes Gästesegment In diesem Sinn hat der Tourismus auf die Verleihung des Unesco-Labels sehr rasch reagiert. Am Abend, als der Entscheid kommuniziert wurde, konnten die Tourismusbüros im Dreiseenland bereits einen im Geheimen vorbereiteten Faltprospekt auflegen. Er informiert auf Deutsch, Französisch und Englisch. «Von anderen Unesco-Stätten wussten wir, dass das Label eine bestimmte Nachfrage auslöst», sagt Samuel Kocher, Direktor von Tourismus Biel-Seeland. «Es handelt sich um eine ganz neue Gästeschicht, um gut situierte, kulturell interessierte Menschen.» Die Vertreter von Politik und Archäologie strichen zudem nochmals die Vorzüge der iPhone-Applikation hervor, die bereits in Betrieb ist. Regierungspräsident Bernhard Pulver probierte das Angebot bei der Anfahrt nach Sutz-Lattrigen aus und konnte vermelden, dass sie bestens funktioniere. me/bt >

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