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Das neue Zuhause für den Unspunnen- Schwinget hat sich bewährt

«Gsellig u zfride»: Die Stimmung war auch ausserhalb der Arena des Unspunnen-Schwingets entspannt und locker – trotz des teilweise trüben Wetters.

Unspunnen 2011 ist nicht gleich Unspunnen 2006: Da gibt es zumindest zwei Gründe: Einerseits herrschte vor fünf Jahren, als das Schwinget im Rahmen des Trachten- und Alphirtenfestes durchgeführt wurde, wesentlich schöneres Wetter als gestern, als vor allem am späteren Nachmittag Regen und Windböen das Sitzen in der Arena nicht gemütlicher machten. «Mischtwätter» war denn von den Rücken der Regenpelerinen abzulesen, die der Hauptsponsor des Schwingets vereinzelt verteilt hatte. Regenschauer hin oder her – die Schwingfans vor der Grossleinwand und in den Festzelten liessen sich die gute Laune nicht verderben. Und waren geduldig: Denn beim Essenholen an den Verpflegungsständen war zeitweise Geduld gefragt. Besonders viele Liebhaber von Älplermagronen waren unter den Unspunnen-Besuchern, waren doch die Teigwaren zwischenzeitlich ausverkauft – aber in knapp 30 Minuten, frisch zubereitet, wieder erhältlich. Punkto Getränke dürfte die Braui wohl keinen Rekord eingefahren haben, dafür war es schlicht zu nass. Anders ging es den PET-«Gütterli»-Verkäufern, deren Plastikharassen im Nu leer waren. Leider fanden nicht alle Festbesucher die unübersehbaren hellgelben Abfallbehälter. Anders ist es nicht zu erklären, dass der Turnverein Interlaken (TVI) mit rund 20 Mann den ganzen Tag hindurch damit beschäftigt war, mit Elektroauto und Anhänger die «Ghüder»-Runden zu drehen. Nicht eingeteilt bei der Abteilung Abfallbeseitigung war bekanntlich der TVI-Präsident, der sich um den Unspunnenstein kümmern musste (siehe Seite 24). Ohne Ämtli am Fest, dafür von Amtes wegen anwesend, war Matthias Remund, Direktor des Bundesamtes für Sport, der die «seriöse Arbeit» des OKs lobte und nebenbei bemerkte, dass Schwingen ein J+S-Fach ist. Sein Chef, Bundesrat Ueli Maurer, nahm wie viele andere Politiker auf der gedeckten Ehrentribüne Platz. Anders seine Kollegin Simonetta Sommaruga, die als Vertreterin der Landesregierung, die Festrede hielt und bemerkte, dass sie sich im Bundesrat habe durchsetzen können. «Es wollten alle hier reden, aber eventuell gab mein Argument, dass endlich einmal eine ‹Nette› zu den ‹Bösen› soll, den Ausschlag», so die SP-Bundesrätin. Die Gunst der Schwinger dürfte Sommaruga spätestens dann gewonnen haben, als sie sagte: «Es ist lange nicht überall so nett wie bei den ‹Bösen›.» Freundlich war während des Festakts auch Petrus, der kurzzeitig den Wasserhahn zugedreht hatte. Dies eventuell auch aus Ehrfurcht vor den Worten des Obmannes im Eidgenössischen Schwingerverband. Denn der Ernst Schläpfer appellierte an die über 200 Jahre alte Tradition von Unspunnen. Mit Blick auf die Modernisierung von Schwingevents redete Schläpfer Klartext. «Es muss auch weiterhin möglich sein, dass ein Bundesrat mit einem Bauer ins Gespräch kommen kann und nicht VIPs mit VIPs zusammen sind», so Schläpfer. Das Lob an die Organisatoren, mit dem Umzug nach Interlaken mögliche Sicherheitsprobleme am alten Standort gelöst zu haben, paarte er mit der Aufforderung, eine «Nachbearbeitung des Schwingets 2011» vorzunehmen. OK-Präsident Hannes Rubin versprach, dass die Tradition von Unspunnen hochgehalten werde, bedankte sich bei den Helfern, den 15160 Zuschauern in der Arena und dem restlichen Publikum auf dem Gelände und hoffte, «dass wir uns hier wieder in sechs Jahren sehen werden». Hans Urfersiehe auch Seite 19, 20 + 24;Unspunnen-Schwinget 2011 Texte/Bilder auf www.unspunnen. berneroberlaender.ch>

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