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«Das Mik im Schnee»

Lange vor dem Fernsehen berichtete das Radio über das Lauberhornrennen. 1958 reportierte erstmals Sepp Renggli aus Wengen.

Radioreporter Sepp Renggli (Bild) hatte bereits über drei Olympische Sommerspiele berichtet, ehe er als Nachfolger von Friedrich Brawand und Marcel Meier das Lauberhornrennen schildern durfte. Seinen ersten Einsatz im Jahre 1958 beschreibt Renggli, der dem «Horerenne» jahrzehntelang die Treue halten sollte, im 50-Jahr-Jubiläumsbuch «Die Lauberhorn-Saga» wie folgt: «Damals stand das Mikro-fon des Radioreporters irgendwo beim Zielauslauf im Schnee. Die Zuschauer stolperten über das Kabel. Entschuldigung, technische Störung. Der Speaker gab die Zeit erst eine halbe Minute nach Ankunft des Fahrers bekannt. Toni Sailer fuhr drei Zehntelsekunden schneller als Bud Werner. Hundertstelsekunden waren unbekannt. Die Reporter erstellten mit klammen Fingern das Klassement. Kopfrechnen. Startliste in der linken Hand. Kopfrechnen. Notizblock in der rechten Hand. Kopfrechnen. Bleistift zwischen den Zähnen. Reportieren. Manchmal schrieb der Bleistift nicht, weil das Papier nass war. Und manchmal konnten die Finger nicht schreiben, weil sie steif waren. 25 Grad Kälte oder 10 Grad Wärme. Zuschauer stolpern über das Kabel, technische Störung, klamme Finger, Kopfrechnen, Regen, Schneesturm, Föhneinbruch, aufgeweicht und nass bis auf die Haut. Das war die sogenannte gute alte Zeit im Metier des Skireporters.»uf >

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