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Coop-Pläne: zurück auf Feld eins

Der Biberister Gemeinderat hat die meisten Einsprachen gegen die geplante Coop-Tankstelle an der Blüemlisalpstrasse gutgeheissen. Bei der Coop Mineralöl AG weiss man noch nicht, wie es weitergeht.

Auf diesem Areal am Ortseingang will Coop eine Tankstelle errichten. Zahlreiche Anwohner wehren sich gegen diese Pläne.
Auf diesem Areal am Ortseingang will Coop eine Tankstelle errichten. Zahlreiche Anwohner wehren sich gegen diese Pläne.
Alex Kaselin

Auf der Hitparade der Einsprachen stehen Natel-Antennen ganz oben. In Biberist hat ein anderes Projekt den Einzug in die Top Ten geschafft, nämlich das Projekt einer Coop-Tankstelle an der Ecke Solothurn- und Blüemlisalpstrasse. 75Einsprachen gab es gegen den Gestaltungsplan, die Grundlage für die Baubewilligung. Es sind fast ausnahmslos Anwohnerinnen und Anwohner, welchen das Projekt nicht geheuer ist.

Schon früher umstritten

An der montäglichen Gemeinderatssitzung – von Einsprechern gut besucht – hiess die Exekutive die meisten Einsprachen tatsächlich teilweise gut. Nicht ganz überraschend, denn vor einem Jahr hatte dasselbe Gremium den Gestaltungsplan nur mit 5 zu 4 Stimmen abgesegnet. Vor allem zwei Punkte geben und gaben den Ausschlag: Verschiedene Votanten befürchten Mehrverkehr und damit ein Verkehrschaos auf der Solothurnstrasse. Auch werde das Quartier, das eh durch Schleichverkehr beeinträchtigt werde, noch weiter abgewertet. Ebenfalls ein Thema war die Zonenkonformität.

Zukunft berücksichtigen

Auch Alex Miescher und Gemeindepräsident Martin Blaser (beide FDP), Beni Beer (SP) sowie Urs Zeltner (CVP) unterstützten die Einsprecher. Zeltner kritisierte, dass gerade der Gestaltungsplan die zukünftigen Veränderungen in Biberist nur wenig berücksichtigten. Er nannte die generelle Verkehrszunahme, den Viertelstundentakt des Busses, die Verdichtung des RBS-Fahrplans und die mögliche Erschliessung des Schwerzimoos bei der Ortsplanungsrevision.

Miescher fand, das Volk würde bei einer Abstimmung Nein sagen zum Coop-Projekt. Er fand aber auch kritische Worte für die vielen Einsprecher. «Es ist einfacher einzusprechen als mitzuhelfen.» Und er gab zu bedenken, dass es gegen einen Saunaklub kaum Einsprachegründe gäbe.

Blaser argumentierte damit, dass es gelte, nicht nur die Interessen der Anwohner zu vertreten, sondern all jener, welche dort mit einem Fahrzeug passierten. Beni Beer (SP) erklärte, man könne den Gestaltungsplan ohne flankierende Massnahmen nicht genehmigen. Er dachte da insbesondere an die Schulwegsicherung. Für ihn ist in der Gewerbezone kein so intensiver Betrieb vorgesehen. Seine Erkenntnis daraus: Bei der laufenden Ortsplanungsrevision müsse geprüft werden, die Gewerbezone differenzierter auszugestalten.

Aufgeben oder weiter?

Der Gemeinderat hiess schliesslich die Beschwerden gegen den Gestaltungsplan einstimmig gut und setzte sich gegen die Bau- und Werkskommission durch. Diese hatte trotz vorhandener Bedenken die Einsprachen abweisen wollen. Präsident Alfred Götschi erklärte, dass der Schleichverkehr auch ohne Tankstelle stattfinde, das Projekt zonenkonform sei und bessere Standorte grundsätzlich möglich seien, aber kaum in Biberist.

Das Ja des Gemeinderates zu den Einsprachen heisst, dass Coop, falls man das Projekt nicht defintiv fallen lassen will, wieder von vorne beginnen oder gegen den Entscheid des Gemeinderates Einspruch erheben müsste. Letzteres erwartet Alex Miescher: Man werde sich eh vor dem Richter wiederfinden, fand er.

Was die Coop Mineralöl AG mit dem Entscheid tatsächlich machen wird, konnte deren Pressesprecher Jürg Kretzer gestern noch nicht sagen. «Der Entscheid wird überprüft und intern diskutiert», sagte er auf Anfrage.

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