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Cancellara – auf SF Info und al-Jazeera

RadAm Pfingstsamstag beginnt die Tour de Suisse. Sie steht im Zeichen des 75-Jahr-Jubiläums und ihres Aushängeschilds.

Aussagekräftiger hätte Fabian Cancellara kaum antworten können. Auf die letzte Woche im Rahmen der Bayern-Rundfahrt gestellte Frage, wie er die Befindlichkeit seiner Sportart beurteile, erwiderte der Berner, er tue alles für den Radsport, was in seiner Macht stehe. Die Geschichte um Alberto Contador, der im sechsten Gang über Passstrassen gleitet, im Spätsommer jedoch aus dem Verkehr gezogen werden dürfte, sofern die ihn umgebende Juristenarmada keinen Verfahrensfehler ausfindig macht, kann der 30-Jährige nicht beeinflussen. Fern seines Kompetenzbereichs liegt auch die Geschichte um Lance Armstrong, in deren Sog der Weltverband von seiner Vergangenheit eingeholt werden dürfte. Was will ein Sportler schon sagen, wenn einiges dafür spricht, dass die Spitze seines Dachverbands den weltweit populärsten Kollegen vor einer Dopingsperre bewahrte und sich für den Eingriff erst noch eine sechsstellige Summe überweisen liess? Vorbereitung auf Frankreich Hierzulande ist es nicht zuletzt Cancellara zu verdanken, dass der Radsport trotz erheblichem Glaubwürdigkeitsproblem nicht aus dem medialen Schaufenster verschwindet. An der Tour de Suisse präsentiert sich der Ittiger den Anhängern Jahr für Jahr als Aushängeschild zum Anfassen, unterhält sich mit ihnen, signiert Kleider und Velohelme. Die Organisatoren der Landesrundfahrt rückten ihn daher vor und während der letzten Austragungen jeweils bewusst ins Zentrum ihrer Öffentlichkeitsarbeit. Im Hinblick auf die 75.Auflage, die am 11.Juni in Lugano beginnt und acht Tage später in Schaffhausen zu Ende geht, setzt die Tour-Direktion primär auf das Jubiläum. An der Medienkonferenz in Stein am Rhein lässt die Moderatorin euphorisch verlauten, die ganze Welt werde eine Woche lang auf die Schweiz schauen. Das dürfte des Guten zu viel sein, obwohl selbst ein in Thailand beheimateter Sender Livebilder ausstrahlen soll und der arabische Kanal al-Jazeera einen täglichen Kurzbericht angekündigte. In heimischen Gefilden rollt das Peloton an Wochentagen auf SF Info über den Bildschirm, derweil auf dem zweiten Kanal wie üblich das trimediale Kinderprogramm «Zambo» – es wird am Radio, TV und im Internet gesendet – zu sehen sein wird. Cancellara wird «seine» Rolle auch in diesem Jahr verkörpern, anlässlich des Prologs in der Sonnenstube wie vor Jahresfrist die Massen begeistern. «Er ist unser Aushängeschild», sagt der für den sportlichen Bereich verantwortliche Beat Zberg. Was die Gesamtwertung betrifft, dürfte der Gewinner des Jahres 2009 kein Faktor sein. Die Tour de Suisse diene als Vorbereitung auf die Tour de France, sagt Cancellara, der im Juli seinem Kollegen Andy Schleck zum Triumph verhelfen möchte. Dessen Bruder Fränk tritt im Tessin mit begrenzten Ambitionen zur Titelverteidigung an, zu den Herausforderern gehören Andreas Klöden und Danilo Di Luca – Namen, die an gute Resultate wie an das Glaubwürdigkeitsproblem erinnern. Auf dieses angesprochen, empfahl Cancellara den Journalisten in Bayern die Lektüre des unlängst über ihn erschienenen Buches: «Dort habe ich den Radsport und meine Liebe zu ihm dargestellt.» Die Massen am Strassenrand werden die Liebe erwidern, wenn er vom Luganersee an den Rheinfall pedalen wird.Micha Jegge>

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