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Burghardts 60-km-Soloflucht

Mit einem Solo über die letzten 60 km hat Marcus Burghardt die 7.Etappe der Tour de Suisse für sich entschieden. Der Deutsche hatte schon in Frutigen

Die Fahrt vom Kanton Graubünden ins Zürcher Oberland wurde zum Tag des BMC Racing Teams des Stäfner Unternehmers Andy Rihs: Neben dem Etappenerfolg und der Übernahme der Punktewertung durch Burghardt eroberte Mathias Frank das Trikot des Bergpreisleaders zurück. Der Luzerner führt auch in der Sprintwertung. Steve Morabito war von einem Raddefekt betroffen, verteidigte aber mithilfe seiner Mannschaftskollegen den 3. Gesamtrang. «Ich komme immer besser in Form», freute sich der zweifache Etappensieger Marcus Burghardt, der seine Selektion für die Tour de France längst in der Tasche hat. Am Ende der 5.Etappe hatte er 1300 m vor dem Ziel in Frutigen die Entscheidung gesucht und Martijn Maaskant (Ho) und Daniel Oss (It) mit seinem Antritt ausmanövriert. Diesmal griff der in Tägerwilen TG wohnhafte Wahlschweizer schon 60 km vor Wetzikon aus einer 16 Fahrer starken Spitzengruppe heraus an. Angriff nicht geplant «Der Angriff so früh vor Schluss war nicht geplant. Ich bemerkte, dass Frank hinter mir eine Lücke aufriss. Ich behielt mein Tempo bei, und als keiner der Gegner reagierte, insistierte ich», hielt Burghardt fest. Sein Teamkollege erwies sich danach als ausgezeichneter Aufpasser. Frank kontrollierte die Verfolger und ging erst noch auf die Sprintwertungen los, was von seinen Berufskollegen nicht unbedingt geschätzt wurde. Zu Burghardts Vorteil wirkte sich auch aus, dass sich unter den unmittelbaren Verfolgern der spurtstarke Oscar Freire befand. Niemand hatte ein grosses Interesse, den früheren dreifachen Strassenweltmeister zum Erfolg zu führen. Dennoch musste Burghardt in der Zusatzschlaufe auf die Zähne beissen: «Da musste ich wirklich leiden, und die Beine schmerzten. Gleichzeitig war aber auch die Euphorie um den möglichen Etappensieg, und die Anfeuerungsrufe der Zuschauer wirkten Wunder.» Auf der Zielgeraden behändigte der Etappensieger eine deutsche Nationalflagge. «Aber», so Burghardt, «es hätte mir auch Freude bereitet, die Schweizer Flagge ins Ziel zu tragen oder sogar das Emblem der USA, weil unsere Sportgruppe ihren Sitz in Kalifornien hat.» Wärmstens zur Nachahmung empfohlen wäre Burghardts Junioren-Team. Der Profi unterstützt seit zweieinhalb Jahren 13 11 bis 15 Jahre alte Nachwuchs-Radsportler, «weil die kleinen Vereine nicht immer über die Mittel verfügen, die Jungen zu fördern, und weil wir Profis mit dem guten Beispiel vorangehen sollten». Nachdem sich 60 km nach dem Start in Savognin die grosse Fluchtgruppe des Tages gebildet hatte, kehrte für den Leader Robert Gesink der ruhige Teil seines Arbeitstages ein. Die Helfer des Gesamtersten kontrollierten das Feld, die fünf Minuten Rückstand im Ziel hatten keinerlei Bedeutung. Und nachdem Gesink ausreichend Gelegenheit gefunden hatte, die Rangliste zu studieren, war für ihn ein Gegner noch mehr in den Mittelpunkt gerückt. Für das Zeitfahren in Liestal über 26,9 km stuft Gesink Lance Armstrong als gefährlichsten Konkurrenten ein.si>

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