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Betreuer sollen Strafregister vorlegen

Fall h.s.Gestern diskutierte der Berner Heimverband über Massnahmen zum Schutz von Heimbewohnern. Künftig möchte man Strafregister-

Wie können wir dafür sorgen, dass ein Fall H.S. nie mehr vorkommt? Diese Frage diskutierten gestern Vertreter von 120 sozialen Institutionen an der Vollversammlung des Berner Heimverbands (HVBE). Dabei waren sich alle bewusst: Eine hundertprozentige Kontrolle gibt es nicht. «Unser Ziel ist eine Nulltoleranz von sexuellen Übergriffen», sagt Ueli Affolter, Geschäftsführer des HVBE. Beschlüsse wurden gestern noch keine gefasst, dafür aber Ziele gesetzt. Eines davon ist, dass Heimleiter bei Stellenantritten jeweils schon bald einen Strafregisterauszug anfordern. Im Vorfeld war diese Massnahme umstritten, die Versammlung aber begrüsste sie mehrheitlich. «In anderen Branchen ist die Prüfung von Vorstrafen absolut üblich, dann sollte das auch im Heimwesen möglich sein», bekräftigt Affolter. Auch das Führen einer nationalen Schwarzen Liste – Bundesrätin Simonetta Sommaruga steht einer solchen eher skeptisch gegenüber – wurde positiv aufgenommen. «Bereits Verurteilte sollen auf einer Liste aufgeführt und für betreuerische Funktionen gesperrt werden», meint Affolter. Dies politisch umzusetzen – neue Gesetze und eine Verfassungsänderung wären nötig – dauere jedoch sehr lange. «So lange können wir nicht warten», sagt Affolter. Deshalb möchte der HVBE künftig interne und externe Meldestellen schaffen, an die sich Mitarbeiter und Angehörige wenden können. Auch die Ausbildung des Heimpersonals und der Stiftungsräte werde intensiviert. Eine andere Schwachstelle, die der Fall H.S. zutage brachte, sind unverhältnismässige Arbeitszeugnisse. In den nächsten Monaten wird der Verband zu diesem Thema Kurse anbieten. Vom Fall H.S. direkt betroffen sind die Heime Schlössli (Ins), Haus St.Martin (Oberthal), Haus Christofferus (Renan), Nathalie-Stiftung (Gümligen), Christophorus-Schule (Bolligen) und das Behindertenzentrum Interlaken. Ihre Leiter kamen zum Schluss, dass Heimverantwortliche auf typische Anzeichen von Pädophilen geschult werden . So soll erreicht werden, dass Heimleiter sie gar nicht erst einstellen. Die Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Kanton geschehen. Martina Kammermann >

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