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«Zum Einsatz gehört auch, dass sich die Polizisten verpflegen»

Während des Grosseinsatzes am Freitagabend in Bern zeigte sich die Polizei in den sozialen Medien ungewohnt gesprächig. Das kam nicht überall gut an.

Für den eher lockeren Stil auf Twitter erntete die Polizei sowohl Lob als auch Kritik.
Für den eher lockeren Stil auf Twitter erntete die Polizei sowohl Lob als auch Kritik.
Twitter/@PoliceBern

Am Freitagabend verhinderte die Kantonspolizei eine unbewilligte Demonstration in der Berner Innenstadt weitgehend – dies nicht zum ersten Mal. Eine Premiere war dagegen die Art und Weise, wie die Polizei auf Twitter agierte: Während des Einsatzes informierte sie laufend über die Geschehnisse und gab dabei teils auch den Blick hinter die Kulissen frei.

Bereits vor dem angekündigten Beginn der Demo markierte die Polizei Präsenz in den Strassen und in den sozialen Medien:

Nicht unbedingt die Kadenz der abgesetzten Tweets war neu, sondern vor allem deren Tonalität. So gab sich die Polizei auf Twitter ungewohnt locker und veröffentlichte im Verlaufe des Abends unter anderem folgende Mitteilung:

Für diese Art der Kommunikation habe die Polizei durchaus Zuspruch erhalten, sagt Mediensprecherin Corinne Müller auf Anfrage. Doch nicht nur. Der Berner Stadtrat Manuel C. Widmer (GFL) etwa kritisierte die Art, wie sich die Polizei im Netz präsentierte:

Polizei nimmt Stellung

Beim kommunikativen Vorgehen von Freitagabend sei es keinesfalls um Unterhaltung gegangen, erwidert Corinne Müller. Nicht zuletzt durch die Schliessung mehrerer Wachen im Kanton sei die Bevölkerung unmittelbar vom Grosseinsatz betroffen gewesen. Deshalb sowie aufgrund der Berichterstattung im Vorfeld habe ein «nachvollziehbares Informationsbedürfnis» bestanden. «Daher haben wir es als zweckdienlich beurteilt, so zu kommunizieren. Das heisst aber nicht, dass das nun immer so gemacht wird», hält sie fest.

Anders als manche Medienbeiträge im Nachgang des Einsatzes nahelegten, sei diese Art der Kommunikation nicht Bestandteil einer neuen Kommunikationsstrategie. Zwar laufe zurzeit eine Ausschreibung im Kommunikationsbereich, diese betreffe aber die Kommunikation in präventiven Belangen, sagt Müller. «Auf die Art der Ereignisbewältigung, also wie wir beispielsweise über Grosseinsätze informieren, hat die Ausschreibung keinen Einfluss», stellt sie klar.

Zum Bild des polizeilichen «Znacht» sagt sie: «Zu einem Einsatz gehört auch, dass sich die Polizeiangehörigen gestaffelt verpflegen.» Im Gegensatz zu herkömmlichen Medien könne auf Twitter persönlicher kommuniziert werden. «Da sollte auch das ab und zu drinliegen.» Der Grundsatz, nur gesicherte Informationen zu verbreiten, gelte aber selbstverständlich auch für Tweets.

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