Zu viele Kinder an der Depotstrasse?

Länggasse

Gegen den ­geplanten Schulhausneubau an der Depotstrasse haben sechs Privatpersonen ­Einsprache ­erhoben. 125 ­Kinder in einem dreistöckigen Neubau seien zu viel. In gut drei ­Wochen stimmen die ­Berner über das Vorhaben ab.

Der geplante Neubau nutzt die Parzelle fast ganz aus.

Der geplante Neubau nutzt die Parzelle fast ganz aus.

(Bild: zvg)

«Im Moment sind die Verhältnisse dort noch idyllisch», waren sich die Berner Stadträte vor gut zwei Monaten einig, als sie über den Kindergarten an der Depotrasse diskutierten. Doch war ihnen auch klar: Wenn der Kindergarten abgerissen und eine neue Schule gebaut wird, gibt es statt 900 Quadratmetern Grünfläche für 25 Kinder nur noch knapp 700 Quadratmeter für die fünf­fache Zahl an Kindern, nämlich 125. Das sei bedauerlich, fanden die Stadträte.

Trotzdem kamen sie, mit Ausnahme von fünf SVP-Parla­mentariern, zum Schluss: Das sei kein ausreichender Grund, dieses Projekt abzulehnen, denn es brauche in der Länggasse dringend mehr Schulraum. Sie segneten die Pläne für das neue Schulhaus deshalb ab.

Zu viele Kinder, zu wenig Platz

In gut drei Wochen werden auch die Berner Stimmberechtigten darüber abstimmen, ob an der Depotstrasse 40 eine neue Schule mit Platz für drei Kindergartenklassen und eine Tagesschule gebaut werden soll. Acht Millionen Franken kostet der dreistöckige Holzbau. Das Areal ist das einzige in diesem Gebiet, das der Stadt gehört und das sich für einen Ausbau eignet.

Umstrittener als im Stadtrat ist das Projekt bei der Quartierbevölkerung. Gegen das Baugesuch, das die Stadt vor einem Monat eingereicht hatte, haben sechs Privatpersonen Einsprache erhoben. Ihre Haupteinwände: Zu viele Kinder auf zu wenig Platz, zu viel Lärm, zu viel Verkehr. Ob diese Einwände gerechtfertigt sind, entscheidet der Regierungsstatthalter. Lehnt er die Einsprachen ab und stimmen die Berner in drei Wochen dem Neubau zu, will die Stadt bereits nächstes Frühjahr anfangen zu bauen. Knapp zwei Jahre später wäre das Schulhaus fertig.

Eine weitere Hürde hätte das Projekt aber noch zu nehmen. Das Areal liegt derzeit noch in der Wohnzone. Dort darf die Stadt zwar Kindergartenklassen und Tagesschulen betreiben, aber keine Schule. Das heisst: Soll es an der Depotstrasse wie geplant sogenannte Basisstufen geben, müssen die Stimmberechtigten der Stadt auch noch eine Um­zonung bewilligen. In den Basisstufen werden Kindergarten­kinder gemeinsam mit Erst- und Zweitklässlern unterrichtet. Die Umzonung will die Stadt «zu ­gegebener Zeit» zur Abstim­­mung bringen.

Provisorischer Kindergarten im Kirchgemeindehaus

Wenn der gut 60 Jahre alte Kindergarten an der Depotstrasse abgerissen und durch den Neubau ersetzt wird, müssen die Kinder während der zweijährigen Bauzeit umquartiert werden.

Vorgesehen ist, dass sie im Paulus-Kirchgemeindehaus an der Freiestrasse in den Kindergarten gehen.

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