Fussballer sollen dem Tram weichen

Ostermundigen

Die Nähe zu den Neubauten im Oberfeld gab den Ausschlag: Der Gemeinderat favorisiert für das 10er-Tram eine Wendeschleife auf dem Sportplatz Rüti 1

Das 10er-Tram soll auf dem Sportplatz Rüti 1 wenden. (Archivbild/Christian Pfander)

Das 10er-Tram soll auf dem Sportplatz Rüti 1 wenden. (Archivbild/Christian Pfander)

Stephan Künzi

Wo wird das 10er-Tram in Ostermundigen dereinst wenden? Seit langem wird gerätselt, wo genau die Schleife der neuen Linie gebaut wird, die die Busverbindung in neun Jahren ablösen soll. Die Abstimmungsvorlage, zu der die Gemeinde im Frühling 2016 Ja gesagt hat, gab nur einen groben Perimeter im Bereich des Rütiwegs vor.

Jetzt hat der Gemeinderat eine Auslegeordnung gemacht und vier Varianten unter die Lupe genommen (siehe Grafik). In einem Bericht legt er seinen Favoriten zur Mitwirkung vor: Die neue Anlage mit Perron und einem Ausweichgleis für ein zweites Fahrzeug soll auf dem Sportplatz Rüti 1 gebaut werden. Dieser dient heute dem FC Ostermundigen hauptsächlich für das Training.

Ein Kunstrasen?

Ausschlaggebend für den Entscheid ist die Nähe des Areals zu den Neubauten im Oberfeld. Dazu kommt, dass sich die Schleife hier ­im vorgegebenen Kostenrahmen von 10 Millionen Franken realisieren lässt. Als Vorteil erweist sich weiter, dass das Tram am selben Perron hält wie der Bus zur Rüti, der auf dem letzten Stück der Linie 10 auch in Zukunft unterwegs sein wird. Vom einen zum anderen Fahrzeug zu wechseln, ist rasch und problemlos möglich.

Der Gemeinderat sagt offen, dass es auch eine günstigere Alternative mit einer Schleife vorne beim Rüti-Coop gibt, dort also, wo der Rütiweg von der Bernstrasse abgeht. Diese Variante hat aber den Nachteil, dass es bis zum neuen Siedlungsgebiet ein schönes Stück zu Fuss ist. Auch das Umsteigen ist unbequemer, weil das Tram nicht am selben Ort hält wie der Shuttlebus.

Aus Kostengründen von vornherein ausser Rang und Traktanden fallen die zwei anderen Varianten. Die Schleife in der Waldkurve zu bauen, sprengt den 10-Millionen-Rahmen genauso wie die Idee, statt in den Rütiweg einzubiegen auf der Bernstrasse weiterzufahren und dort noch das Gebiet Steingrübli zu bedienen. Gewendet würde dann unten im Worblental an der Umfahrungsstrasse – aber eben, auch diese Variante ist zu teuer.

Die vier Varianten. Grafik: Gemeinde Ostermundigen.

Dass die gemeinderätliche Variante beim FC Ostermundigen kaum Freude auslöst, versteht sich von selber. Präsident Claudio Fischer zeigt trotzdem ein gewisses Verständnis. Man stehe in dieser Frage gegenseitig in engem Kontakt, sagt er. Um gleich klarzumachen, dass sein Verein nur schwer auf den Sportplatz Rüti 1 verzichten kann: «Wir laufen mit unserer Infrastruktur schon heute am Limit.»

Gemeindepräsident Thomas Iten (parteilos) weiss das. Um dem FC entgegenkommen zu können, stellt er einen Kunstrasen in Aussicht. Dieser wird vorzugsweise auf dem Hauptplatz hinter der Gemeindeverwaltung eingebaut und dem Verein einen Betrieb ermöglichen, der von den Jahreszeiten weitgehend unabhängig ist. Heute müssen die Fussballer in der kalten Jahreszeit auf wintertaugliche Anlagen in der Stadt Bern ausweichen.

Ein neuer Sportplatz?

Iten spricht allerdings nur von einer Übergangslösung. Im Rahmen der Ortsplanungsrevision müsse die Frage der Sportplätze grundsätzlich diskutiert werden. In welche Richtung die Debatte gehen könnte, zeigt ein Vorstoss im Gemeindeparlament: Er regt an, als neuen Sportplatz das Feld südlich des Schwimmbads in Richtung Gümligen ins Auge zu fassen.

Berner Zeitung

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