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Wieder demonstrierten Tausende für das Klima

Anlässlich des weltweiten Klimastreiks heute Freitag erinnerten auch in Bern zahlreiche Aktivisten daran, dass die Zeit drängt, Massnahmen zum Klimaschutz in die Tat umzusetzen.

chh
<b>Klimajugend: Laut und friedlich.</b> Warum den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Streiks das Klima ein grosses Anliegen ist und was sie Leuten sagen, die die Problematik kleinreden. <i>Video: Christian Häderli</i>

Fünf vor zwölf – die Zeit, um die der heutige Klimastreik auf dem Berner Helvetiaplatz angesetzt war, war symbolisch: Es muss jetzt gehandelt werden, sonst ist es bald zu spät. Nur wenige Jahre bleiben, um irreversible, durch die Erderwärmung verursachte Schäden einzudämmen.

Dies ist die Botschaft, die Schülerinnen, Gymnasiasten, Studentinnen und Leute, die sich mit der Klimastreik-Bewegung solidarisieren, an diesem sonnigen Freitagmittag zum wiederholten Mal auf die Strasse trugen. Nicht nur in Bern, sondern auch in Berlin, New York, Sydney. Rund um den Globus wollten Aktivisten heute für das Klima einstehen.

Umzug durch Berns Altstadt

Vorerst gab es auf dem Berner Helvetiaplatz einige Reden, ein Musiker spielte auf seiner Gitarre Mani-Matter-Songs. Sofort stimmte das Publikum mit ein, als der Gitarrist «Dene wos guet geit» und «Dynamit» anstimmte.

Der Demonstrationsumzug zog noch über die Kirchenfeldbrücke, bevor sich dieser auf dem Helvetiaplatz auflöste.
Der Demonstrationsumzug zog noch über die Kirchenfeldbrücke, bevor sich dieser auf dem Helvetiaplatz auflöste.
Raphael Moser
In der Berner Altstadt wurde am Freitagnachmittag der Klimanotstand gefordert.
In der Berner Altstadt wurde am Freitagnachmittag der Klimanotstand gefordert.
Raphael Moser
Viele Zuschauer waren dem Umzug wohlgesinnt. Nur einer beschwerte sich lauthals über die «Sackgeldverserbler, wo irgendöppis dürd Gägend bääägge».
Viele Zuschauer waren dem Umzug wohlgesinnt. Nur einer beschwerte sich lauthals über die «Sackgeldverserbler, wo irgendöppis dürd Gägend bääägge».
Raphael Moser
Auch am jüngsten Klimastreik liefen viele Personen mit. Es waren aber sicher weniger als an den vorangehenden Veranstaltungen.
Auch am jüngsten Klimastreik liefen viele Personen mit. Es waren aber sicher weniger als an den vorangehenden Veranstaltungen.
Raphael Moser
«Ufe mit de Klimaziel, abe mitem CO2!» Unter diesem Motto setzten sich die Aktivisten in der Berner Altstadt auch mal hin.
«Ufe mit de Klimaziel, abe mitem CO2!» Unter diesem Motto setzten sich die Aktivisten in der Berner Altstadt auch mal hin.
Raphael Moser
Sie sangen bei den skandierten Parolen lauthals mit.
Sie sangen bei den skandierten Parolen lauthals mit.
Raphael Moser
Keine Frage: Unsere Zukunft hängt von griffigen Klimazielen ab. Für die Klimastreiker sind diese die einzige Option.
Keine Frage: Unsere Zukunft hängt von griffigen Klimazielen ab. Für die Klimastreiker sind diese die einzige Option.
Raphael Moser
Eine Gruppierung streikte zuerst in Münsingen und zog danach weiter nach Bern.
Eine Gruppierung streikte zuerst in Münsingen und zog danach weiter nach Bern.
Raphael Moser
Imposant: Der Demonstrationszug auf der Nydeggbrücke.
Imposant: Der Demonstrationszug auf der Nydeggbrücke.
Raphael Moser
Wer sich am frühen Freitagnachmittag in der Berner Altstadt aufhielt, kam nicht um den Protest herum.
Wer sich am frühen Freitagnachmittag in der Berner Altstadt aufhielt, kam nicht um den Protest herum.
Raphael Moser
Schon fast idyllisch: Der Demonstrationsumzug am Muristalden.
Schon fast idyllisch: Der Demonstrationsumzug am Muristalden.
Raphael Moser
Auf den Transparenten lebten die Aktivisten ihre Kreativität aus.
Auf den Transparenten lebten die Aktivisten ihre Kreativität aus.
Raphael Moser
Sie waren laut, aber friedlich: So sieht sich die Klimajugend auch selber.
Sie waren laut, aber friedlich: So sieht sich die Klimajugend auch selber.
Raphael Moser
Es war fünf vor zwölf am Freitagnachmittag, als sich die Streikenden auf dem Berner Helvetiaplatz versammelten.
Es war fünf vor zwölf am Freitagnachmittag, als sich die Streikenden auf dem Berner Helvetiaplatz versammelten.
Raphael Moser
Was soll man dazu schreiben? Vulgär, aber originell.
Was soll man dazu schreiben? Vulgär, aber originell.
Raphael Moser
Imposanter Blick auf die Versammlung.
Imposanter Blick auf die Versammlung.
Raphael Moser
Die Klimajugend hatte am Freitagmittag kurzerhand den Helvetiaplatz «eingenommen».
Die Klimajugend hatte am Freitagmittag kurzerhand den Helvetiaplatz «eingenommen».
Raphael Moser
Lieber jetten oder retten? Das war am Freitag die Frage.
Lieber jetten oder retten? Das war am Freitag die Frage.
Raphael Moser
Die letzten Vorbereitungen liefen kurz vor 12 Uhr noch, Transparente wurden montiert.
Die letzten Vorbereitungen liefen kurz vor 12 Uhr noch, Transparente wurden montiert.
Raphael Moser
Auf zum Klimastreik! Auffällig war, dass sich auch viele Kinder am Streik beteiligten.
Auf zum Klimastreik! Auffällig war, dass sich auch viele Kinder am Streik beteiligten.
Raphael Moser
Vor dem Historischen Museum richteten sich die Kundgebungsteilnehmer ein.
Vor dem Historischen Museum richteten sich die Kundgebungsteilnehmer ein.
Raphael Moser
Klare Devise: «Mir wei Veränderig».
Klare Devise: «Mir wei Veränderig».
Raphael Moser
In Köniz streikten am Freitag rund 400 Menschen vor dem Gemeindehaus.
In Köniz streikten am Freitag rund 400 Menschen vor dem Gemeindehaus.
zvg
Auch in Langenthal wurde am Freitag für mehr Klimaschutz demonstriert.
Auch in Langenthal wurde am Freitag für mehr Klimaschutz demonstriert.
Christian Pfander
Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer trafen sich am Freitagvormittag.
Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer trafen sich am Freitagvormittag.
Christian Pfander
Die Schülerinnen und Schüler versammelten sich und...
Die Schülerinnen und Schüler versammelten sich und...
Christian Pfander
...zogen durch die Langenthaler Innenstadt.
...zogen durch die Langenthaler Innenstadt.
Christian Pfander
«Welches Grün siehst du?», fragt die Schülerin auf ihrem Plakat. Natur oder Geld?
«Welches Grün siehst du?», fragt die Schülerin auf ihrem Plakat. Natur oder Geld?
Christian Pfander
«Langethau es isch 5 vor 12».
«Langethau es isch 5 vor 12».
Christian Pfander
Flugverbot und Köppel-Verbot?
Flugverbot und Köppel-Verbot?
Christian Pfander
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Dann formierte sich der Demonstrationszug, vom Helvetiaplatz zog dieser in Richtung Thunplatz, von dort via Brunnadern den Muristalden hinunter, über die Nydeggbrücke, die Kramgasse hoch zum Zytglogge und von dort über die Kirchenfeldbrücke zurück zum Helvetiaplatz.

Der Umzug endete nach einer guten Stunde und verlief äusserst friedlich; die Polizei beobachtete das Geschehen ohne einzugreifen. Am späteren Nachmittag zogen die Streikenden ins Eichholz weiter, um dort ein Vegi-Grillfest zu veranstalten.

Die Organisatoren schätzten die Teilnehmerzahl des Klimastreiks auf 6'500 Personen, die Nachrichtenagentur Keystone-sda schreibt von 2'500 Aktivisten, die am Umzug mitgelaufen sind. Die Wahrheit dürfte wohl irgendwo dazwischen liegen.

«Runter mit dem CO2»: Der Demonstrationszug kurz nach der Nydeggbrücke. Video: Christian Häderli

Viele lokale Veranstaltungen

Es wurde heute aber nicht nur auf den Strassen der grossen Städte demonstriert. In Münsingen etwa haben am Vormittag rund 60 Personen dem Gemeinderat einen Brief überreicht. Darin forderten sie die Ausrufung des Klimanotstandes.

Bereits am Morgen hatten in Münsingen, Köniz, Burgdorf, Langenthal und Thun Klimastreiks stattgefunden. Ein Sprecher der Thuner Organisatoren sagte auf Anfrage, schätzungsweise 500 Personen hätten teilgenommen. In Köniz waren es 400 und in Münsingen 60, wie die Organisatoren bekanntgaben.

Das Regionalradio «Radio32» berichtete, in Langenthal seien 100 Menschen auf die Strassen gegangen und in Burgdorf waren es laut einem auf Twitter verbreiteten Foto eines Organisators rund 30. Insgesamt macht das rund 3600 Personen. In Biel war ein Klimastreik Mitte Nachmittag geplant.

Fünf vor zwölf, Helvetiaplatz, Bern: Um diese Zeit an diesem Ort wollten aber alle dabei sein, hier vereinigten sich die lokalen Protestaktionen zu einer grossen Kundgebung.

Klimastreik auch im Oberaargau: In Langenthal wurde zum ersten Mal eine Demo mit rund 100 Teilnehmern durchgeführt. Video: Kanita Sabanovic

Klimanotstand ausrufen

Die Forderungen der Kundgebungsteilnehmer sind überall, dass schweizweit der Klimanotstand ausgerufen wird und im Inland spätestens im Jahr 2030 nicht mehr Treibhausgas ausgestossen wird, als die Natur aufzunehmen fähig ist.

Auch die sogenannte Klimagerechtigkeit fordern die Klimastreikenden. Gemeint ist damit, dass die Folgen der globalen Erhitzung unter Berücksichtigung des Verursacherprinzips auszugleichen ist.

Teilnehmerzahl geht zurück

Die Klimabewegung demonstriert in Bern seit Monaten für ihre Anliegen. Im Dezember 2018 hatten sich etwa 500 Gymnasiasten auf dem Berner Bahnhofplatz versammelt. Im Februar nahmen bereits 2000 Menschen an einer Klimademo in Bern teil. Mitte März waren es rund 8000 und Anfang April kantonsweit bis zu 10'000.

Nun scheint die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer also wieder etwas abzuflachen.

Bereits Ende des letzten Jahres begann die weltweite Klimaschutzbewegung zu erstarken und erhielt spätestens mit dem Auftritt der jungen schwedischen Aktivistin Greta Thunberg am WEF in Davos Ende Januar enormen Schwung.

Die Solidarität mit der Bewegung ist gross, Klimathemen werden seither in den Medien und in der Politik vermehrt aufgegriffen. Die anstehenden National- und Ständeratswahlen im Herbst werden bereits im Vorfeld oft als die «Klimawahlen» bezeichnet.

(SDA)

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