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Wie umgehen mit Trunkenbolden?

Im Bier­hübeli fanden zwei Kurse zum Thema Alkohol und Jugendschutz statt. Besucht wurden sie von über 30 Servicefach­angestellten.

Wenn viel Alkohol fliesst, wird die Party für viele Bar- und Clubangestellte zum Mühsal.
Wenn viel Alkohol fliesst, wird die Party für viele Bar- und Clubangestellte zum Mühsal.
Fotolia

Darf man einem 16-Jährigen einen Long Island Ice Tea servieren? Karin Hegnauer vom Blauen Kreuz Bern stellt diese Frage den Serviceangestellten, die am Kurs zum Thema Jugendschutz mitmachen. «Nein», sagt ein Teilnehmer. Er hat recht. «Auch wenn Long Island Ice Tea harmlos klingt,», meint die Kursleiterin, «dieser Drink darf erst an 18-Jährige verkauft werden.»

Erstmals wurde in Bern eine Verkaufsschulung unter dem Thema «Fit für den Verkauf von Alkohol?» durchgeführt. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt des Bierhübeli, des Blauen Kreuzes sowie der Stadt Bern. An zwei Kursen am selben Tag nahmen über 30 Personen aus dem Gastgewerbe teil. «Das ist mehr, als wir erwartet haben», meint Kursleiterin Karin Hegnauer.

Kantonal geregelt

Zuerst werden Zahlen aufgetischt: 25 Prozent der 15- bis 19-Jährigen haben einmal im Monat einen Rausch. Im Durchschnitt landen 4 Jugendliche wegen einer Alkoholvergiftung im Spital. 1600 sterben (schweizweit) jährlich am Alkoholkonsum. «Wichtig zu wissen ist», sagt Hegnauer, «dass nicht die Jugendlichen bestraft werden, sondern Sie, wenn Sie ihnen Alkohol ausschenken.» An 16-Jährige dürfen Wein und Bier ausgeschenkt werden. Gebrannte Wasser, also Spirituosen und Alkopops, dürfen erst 18-Jährigen ausgeschenkt werden.

Dieses Gesetz ist kantonal geregelt. In Solothurn dürften bereits 16-Jährige Schnäpse konsumieren. «Im Kanton Tessin gibts keine Grenze», erklärt Karin Hegnauer. Sie fordert die Anwesenden auf, bei Gästen, die jünger als 25-jährig aussehen, einen Ausweis zu verlangen. Werde dies verweigert, solle man sich nicht auf Diskussionen einlassen und – ohne aggressiv zu werden – auf dem Ausweis bestehen.

Den Jugendschutz ausbauen könne man beispielsweise, indem ein attraktives Angebot von alkoholfreien Getränken zur Verfügung stehe.

Alkohol-Coach für Jugendliche

Auch auf der anderen Seite des Tresens sind Aktionen im Gange: Das Blaue Kreuz Bern - Solothurn - Freiburg bewirbt in diesen Tagen ein Präventionsangebot, das sich explizit an Jugendliche richtet. Das Internet- und SMS-basierte Programm «MobileCoach Alkohol» soll zur Reduktion des Rauschtrinkens beitragen. Interessierte Gymnasiallehrkräfte können ihre Klasse dafür anmelden.

Der «MobileCoach Alkohol» beinhaltet ein Online-Feedback zum individuellen Alkoholkonsum und personalisierte SMS-Nachrichten, die über einen Zeitraum von 3 Monaten an die Teilnehmenden versendet werden. Der SMS- Versand erfolgt zu Zeiten, in denen oftmals Alkohol getrunken wird.

Das Projekt wurde von 2014 bis 2016 vom Schweizer Institut für Sucht- und Gesundheitsforschung (ISGF) innerhalb einer Studie überprüft. Das Rauschtrinken konnte dank der Massnahme reduziert werden, schriebt das Blaue Kreuz in einer Mitteilung.

Eine Onlineschulung gibts unter: www.jalk.ch

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