Wie das Bier auf den Berg kommt

Wabern

Bis zu 20'000 Gurtengänger pro Tag, das sind jede Menge durstiger Kehlen. Für Getränke – nicht nur Bier – zuständig ist die Feldschlösschen Getränke AG, zu der auch Cardinal gehört.

Bier am Gurtenfestival – eine logistische Herausforderung. Video: Martin Bürki
Martin Bürki@tinubuerki27

An die 15 Bars beliefert die Feldschlösschen Getränke AG am Gurtenfestival mit Getränken: Cardinal-Bier, aber auch Mineralwasser, Softdrinks, Wein und härteren Alkohol.

Denn obschon die Brauerei aus Rheinfelden vor allem für Bier bekannt ist, gilt das Unternehmen als der grösste Getränkehändler der Schweiz. Am Gurtenfestival betreuen die Mitarbeiter hinter der Zeltbühne ein grosses Getränkelager.

Grossteil wird lokal gelagert

«Etwa 90 Prozent der Getränke, die während des Gurtenfestivals konsumiert werden, befinden sich vor Ort», sagt Danilo Navone, Event Coach bei Feldschlösschen. Er spricht von insgesamt 430 Tonnen Material – inklusive Flüssigkeit. Dank eines elektronischen Systems können Navone und sein Team die Bestände der einzelnen Bars im Auge behalten und bei Bedarf frühzeitig Nachschub ordern.

Danilo Navone im Getränkelager: Fast alle Getränke finden hier Platz – natürlich auch Bier. Bild: Martin Bürki

Ein Grund für die immensen Reserven im Getränkelager ist auch die geografische Lage des Gurten: Lastwagen können nicht jederzeit zwischen Berg und Tal verkehren, auf den schmalen Strassen herrscht wechselseitiges Einbahnregime. So weit möglich wurde das Material schon vorgängig angeliefert.

Die grosse Ausnahme: Das Bier für die acht 1000-Liter-Tanks der «Startbar» links vor der Hauptbühne. Jeden Morgen um 5 Uhr fährt ein Tanklaster vor und pumpt frisches Bier in die Tanks. «Man kann es mit einem Heizöllieferanten vergleichen», erklärt René Zwygart, Leiter Gastroservice bei Feldschlösschen.

«Damit die Hygiene gewährleistet ist, wird das Bier in eine Art Plastiksack gepumpt, und dieser wird bei jeder Füllung ausgewechselt.» Sobald an der Bar wieder Bier ausgeschenkt wird, fliesst das Bier durch Schläuche direkt zu den Zapfhahnen.

Réne Zwygart und zwei 1000-Liter-Tanks – insgesamt vier von denen befinden sich in einem Kühlwagen. Bild: Martin Bürki

An den anderen Bars wird traditionell mit 20-Liter-Fässern gearbeitet. Diese werden in Kühlzelten – Raumtemperatur 7 Grad Celsius – gelagert. Von dort aus fliesst das Bier wiederum durch Schläuche zu den Zapfhahnen.

Warum eigentlich Cardinal?

Die Zusammenarbeit zwischen den Gurtenfestival-Organisatoren und Feldschlösschen geht Jahrzehnte zurück, nach einem Unterbruch ist Cardinal seit 2010 wieder Hauptsponsor.

«Cardinal ist unser junges, frisches Bier, das wir generell an Musikfestivals ausschenken», sagt Ulrich Reinhard, Feldschlösschen-Verkaufsleiter Region Bern. «Feldschlösschen ist für Sport, Eishockey oder Schwingfeste vorgesehen, Cardinal passt mehr zum Zielpublikum an Openairs.»

Vom Gurten nach Sumiswald zum Bikertreffen

Die ganzen Bars müssen auch auf- und abgebaut werden – was mittlerweile schon zur Routine verkommen sei, wie Danilo Navone beteuert. Etwas mehr als eine Woche vor Festivalbeginn hätten seine Leute mit dem Aufbau angefangen. Und sobald das Gurtenfestival am Sonntag zu Ende ist, wird das ganze Material nach Sumiswald befördert, wo ab Mittwoch ein grosses Bikertreffen stattfindet.

Für die Feldschlösschen-Profis kein Problem: Drei Leute reichen, um auf dem ganzen Gelände die Ausschankanlagen zu demontieren. «Fünf waren für den Aufbau notwendig, aber das geht ja immer länger», lacht Zwygart.

Wie viele Liter Bier während eines Gurtenfestivals über den Tresen gehen, dazu äussern sich weder Feldschlösschen, noch die Veranstalter. Oder um es in den diplomatischen Worten von René Zwygart auszudrücken: «Es hängt aber auch immer von Wetter, den Konzerten und der Stimmung ab.»

langenthalertagblatt.ch/Newsnetz

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