Warmbächliweg: Jetzt sind Genossenschaften am Zug

Bern

Die Stadt Bern hat das Vergabeverfahren für die sechs Baufelder auf dem Gelände der alten Kehrichtverbrennungsanlage lanciert. Sie ist bereit, das ganze Areal an gemeinnützige Wohnbauträger abzugeben.

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Christoph Hämmann

Im letzten Sommer hätte man Vorverträge abschliessen wollen, doch dann hiess es für die am Warmbächli-Areal interessierten Wohnbaugenossenschaften: Warten. Warten. Warten.

Am Dienstag fand das monatelange Warten endlich ein Ende. Wie die Stadt am Mittwoch mitteilte, hat sie an einer Informationsveranstaltung das Vergabeverfahren für die Abgabe des Areals Warmbächliweg-Güterstrasse – das Gelände der ehemaligen Kehrichtverbrennungsanlage – lanciert. Über den einst vom Volk genehmigten Zonenplan hinaus soll dabei nicht nur jede zweite Wohnung von Genossenschaften erstellt werden: «Sämtliche Baufelder sollen an gemeinnützige Wohnbaugenossenschaften abgegeben werden», heisst es in der Mitteilung der Stadt. Konkret geht es um sechs Baufelder, die im Baurecht abgegeben werden sollen. Das Areal bietet Platz für insgesamt rund 250 Wohnungen. Ende 2012 war in einem städtebaulichen Ideenwettbewerb ein Gestaltungskonzept mit dem malerischen Namen «Strawberry Fields» ermittelt worden. Dieses sei inzwischen vertieft und dessen Realisierbarkeit nachgewiesen worden, schreibt die Stadt.

Konditionen noch geheim

Beim weiteren Vorgehen wird der Regionalverband Wohnbaugenossenschaften Bern-Solothurn koordinierend und beratend mitwirken. Dessen Präsident Jürg Sollberger zeigte sich am Mittwoch auf Anfrage «grundsätzlich hocherfreut» über die neuste Entwicklung. Es sei toll, dass nach langen Diskussionen in Politik und Medien die Stadt nun tatsächlich bereit sei, das ganze Areal an gemeinnützige Wohnbauträger abzugeben.

Ob am Ende Genossenschaften tatsächlich die ganze Überbauung stemmen können, steht aber noch nicht fest. «Im Moment gibt es acht interessierte Bauträger für die sechs Baufelder», sagt Sollberger. «Jede Genossenschaft wird nun für sich herausfinden müssen, ob sie tatsächlich einen Teil der Überbauung realisieren kann und will.»

Gemäss Mitteilung der Stadt sieht das Vergabeverfahren vor, dass sich die künftigen Bauträger «zu einer Entwicklungs- und Realisierungsträgerschaft zusammenschliessen und die weitere Entwicklung gemeinsam mit der Stadt Bern angehen». Der Zeitplan sehe vor, dass die Betriebskommission des Fonds für Boden- und Wohnbaupolitik noch dieses Jahr die Vergabeentscheide zuhanden des Gemeinderats fällen kann.

Nun müssen die interessierten Genossenschaften also über «den vergaberelevanten Unterlagen» brüten, wie es die Stadt nennt. Laut Sollberger wurden diese den Genossenschaften gegen Unterzeichnung einer Vertraulichkeitserklärung ausgehändigt – Angaben zum Baurechtszins, den sich die Stadt vorstellt, sowie über die ungefähren Infrastrukturkosten, welche die Stadt ermittelt hat, sind deshalb nicht öffentlich.

Was ist verhandelbar?

«Die Planungsgrundlagen und Zahlen bilden eine Verhandlungsbasis», sagt Genossenschaftsvertreter Sollberger. «Jetzt ist es an uns, aufzuzeigen, was wir uns im Rahmen unserer eigenen Zielsetzungen und Kostenvorgaben leisten können.» Es gebe noch vieles zu diskutieren. «An der Infoveranstaltung war nicht immer klar, was verbindliche Vorgaben der Stadt sind und was verhandelbar ist.» Er habe für den weiteren Verlauf aber «ein gutes Gefühl», sagt Sollberger. «Die Stadt meint es wirklich ernst damit, im Warmbächli zusammen mit Wohnbaugenossenschaften ein gutes Projekt zu realisieren».

Berner Zeitung

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