Millionensegen dank der Schäferei

Zollikofen

Nächste Woche ist das Parlament am Zug, im nächsten Frühling dann das Volk. Sagen beide Ja, kann die Schäferei überbaut werden. Das spült 4,5 Millionen Franken in die Gemeindekasse von Zollikofen.

Die Planer rechnen damit, dass rund 100 Wohnungen für 200 bis 300 Leute entstehen.

Die Planer rechnen damit, dass rund 100 Wohnungen für 200 bis 300 Leute entstehen.

Stephan Künzi

Die Schäferei ist die letzte grosse Baulandreserve von Zollikofen. Doch nun geht es auf der 3,5 Hektaren grossen Parzelle endgültig vorwärts: Nächste Woche wird das Parlament über die neuen Bauvorschriften für das Areal debattieren, das zwischen der Blindenschule und dem Eidgenössischen Hochschulinstitut für Berufsbildung liegt. Und auch festlegen, ob die Gemeinde ihren Anteil am Land verkaufen kann.

Das letzte Wort wird allerdings das Volk haben. Zumindest beim Landverkauf, der rund 4,5 Millionen Franken einbringt und damit einen Betrag über den parlamentarischen Kompetenzen erreicht. Falls das Referendum ergriffen wird, kommen auch die Bauvorschriften an die Urne. Abstimmungstermin ist der kommende 8.März. Gebaut werden könnte dann ab etwa 2016.

Ein Park für alle

Nach wie vor rechnen die Planer damit, dass auf dem Land rund 100 Wohnungen für 200 bis 300 Leute entstehen. Am Bauvorhaben hat sich seit der Mitwirkung vor zwei Jahren nichts Grundsätzliches geändert. Nach wie vor prägen drei lange Mehrfamilienhäuser den östlichen und nördlichen Rand des Areals. Im Süden sind neun Gebäude mit Eigentumswohnungen geplant, der Westen ist für sechs Einfamilienhäuser reserviert. Die Mitte bleibt grün und wird zu einem öffentlichen Park.

Neu ist, dass die Bewohner der drei Mehrfamilienhäuser die Einstellhalle statt vom Quartier von der Kirchlindachstrasse her über die Zufahrt zum Hochschulinstitut erreichen. Das nördlichste der langen Gebäude wird zudem so platziert, dass der Schlittelhang in seiner ganzen Länge erhalten bleibt. Nicht erfüllt haben sich die Wünsche der Nachbarn am Jungfrauweg, denen die drei Gebäude die Sicht rauben.

Dieses Problem sei nicht aus der Welt zu schaffen, hält der Gemeinderat fest. Verschiebe man die Mehrfamilienhäuser hangabwärts, werde der Park kleiner, baue man sie eine Etage weniger hoch, nehme die Zahl der Wohnungen über Gebühr ab. Beides widerspreche dem übergeordneten Interesse, haushälterisch mit dem Boden umzugehen und in den Quartieren Grünräume zu erhalten.

Nicht im Baurecht

Als Investorin für die drei Mehrfamilienhäuser tritt die Marti Invest AG auf, der drei Viertel der Schäferei gehören. Ihr verkauft die Gemeinde auch den für die Eigentumswohnungen vorgesehenen Teil ihres Viertels. Das für die Einfamilienhäuser reservierte Land dagegen soll direkt an die künftigen Eigentümer gehen, bevorzugt an einheimische Familien, so der Gemeinderat.

Anders als etwa Köniz will Zollikofen nichts davon wissen, das Land im Baurecht abzugeben. Der Gemeinderat erinnert daran, dass die Gemeinde auf Wunsch des Parlaments in der Vergangenheit gar Baurechtsparzellen verkauft hat. Zudem erachtet er es als wenig sinnvoll, mit Baurechtszinsen Einnahmen zu erzielen und in der Bilanz für das gleiche Stück Land Schulden auszuweisen.

Berner Zeitung

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