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Vier Verletzte nach Explosion

Die hundert Feuerwehrleute waren machtlos: Ein Grossbrand liess am Freitag von der Halle des Transportunternehmens W. Stalder AG nichts übrig.

In einer Gewerbehalle in Bigenthal ist es zu Explosionen und einem Brand gekommen.
In einer Gewerbehalle in Bigenthal ist es zu Explosionen und einem Brand gekommen.
Urs Baumann
Eine Ruine: Von der Halle blieb nicht mehr viel übrig.
Eine Ruine: Von der Halle blieb nicht mehr viel übrig.
Urs Baumann
Sie war zuweilen gar vom Morgetenpass im Gantrischgebiet zu erkennen.
Sie war zuweilen gar vom Morgetenpass im Gantrischgebiet zu erkennen.
Hans Ulrich Schaad
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Am Freitagvormittag wurde Bigenthal von einem lauten Knall aufgeschreckt. «Ich wusste zuerst gar nicht, was das soll», schildert eine Anwohnerin, was sie kurz vor 10 Uhr erlebt hat. Unmittelbar darauf nahm sie wahr, wie hinter der Hecke gleich vis-à-vis die Flammen meterhoch in den Himmel schlugen.

Gleichzeitig prasselten Blechstücke und allerhand weitere Gebäudeteile nieder. Mit voller Wucht schlugen sie auf der etwas tiefer gelegenen Verbindungsstrasse von Grosshöchstetten nach Hasle auf. Ein Autofahrer konnte eine Kollision nur dank einer Vollbremsung verhindern.

Bilder von der Brandstelle gegen Mittag. Quelle: Youtube/Bern-Ost

Die erst zehnjährige Halle der Transportfirma W. Stalder AG, in der auch die Schreinerei Lerch GmbH sowie die Hofer & Baumann Gartenbau GmbH eingemietet sind, stand in Vollbrand. Die Rauchsäule, die über dem Areal aufstieg, war kilometerweit zu sehen – sogar bis ins Oberland.

Glück im Unglück

Dass der Schutt nicht nur auf der Fahrbahn lag, sondern auch den Strassendamm sowie die angrenzende Matte bis hinüber zum Gleis der BLS bedeckte, zeugte von der Wucht der Explosion. In der Mitteilung schrieb die Polizei am Nachmittag sogar von Explosionen, ohne weiter ins Detail zu gehen.

Wie genau es dazu gekommen sei, müsse von den Spezialisten erst noch ergründet werden, hiess es weiter. Diese Arbeiten gestalteten sich besonders aufwendig, weil man davon aus­gehen müsse, «dass sich auch brennbare Flüssigkeiten im Gebäude befinden».

Wenigstens kamen keine Personen ernsthaft zu Schaden. Die Polizei schrieb von vier Leichtverletzten, unter ihnen ein Stift, der seine Lehre erst Anfang Woche angefangen hatte.

Zwei wurden vor Ort betreut und zwei mit der Ambulanz ins Spital gefahren – welch glückliche Fügung, dass mitten am Vormittag nur wenige Leute auf dem Gelände anwesend waren. Morgens früh, wenn die Handwerker jeweils ihr Material fassen und in alle Richtungen ausschwärmen, hätte es schlimmer ausgehen können.

Zur Bekämpfung des Brandes standen rund hundert Angehörige der Feuerwehren aus der Region sowie der Berufsfeuerwehr Bern im Einsatz. Sie hatten den Brand am Mittag weitgehend unter Kontrolle, sodass am frühen Nachmittag auch die vorübergehend gesperrte Strasse wieder für den Verkehr geöffnet werden konnte. Trotzdem liess sich nicht verhindern, dass die Halle einen Totalschaden erlitt.

Hörbar niedergeschlagen

Davon jedenfalls ging am Abend Firmenchef Walter Stalder aus. 35 Jahre Arbeit hätten sich binnen ein paar weniger Stunden buchstäblich in Luft aufgelöst, sagte er am Telefon. Auch er hatte insofern Glück im Unglück, dass nur ein kleiner Teil des Fuhr- und Maschinenparks bei Brandausbruch auf dem Areal stand. Nur ein Fünftel sei den Flammen zum Opfer gefallen, erklärte er.

Noch mitgenommener tönte Schreiner Ernst Lerch. «Alles ist kaputt», stellte er niedergeschlagen fest. Von dem, was er in ebenfalls 35 Jahren aufgebaut habe, sei nichts mehr übrig. Die Zukunft des 12-Mann-Betriebs sah er offen: «Ich weiss nicht, wie es weitergeht.»

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