Vergrösserung des Bärenparks geplant

Bern

Im Bärenpark soll es Platz für Nachwuchs geben. Die Anlage müsste dafür vergrössert werden.

Die Zeichen stehen auf Ausbau beim Bärenpark.

Die Zeichen stehen auf Ausbau beim Bärenpark.

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Benjamin Bitoun

Offiziell wird erst im Herbst über die Zukunft des Bärenparks informiert. Doch bereits jetzt deuten die Verantwortlichen an, in welche Richtung es gehen könnte. So viel vorneweg: Die Zeichen stehen auf Ausbau.

Gegenüber dem «Bund» betonten Tierparkdirektor Bernd Schildger und der Präsident der Tierparkkommission, Gemeinderat Reto Nause (CVP), dass Änderungen nötig seien. Schildger zufolge hat der Park heute verschiedene Mängel: unzureichende sanitäre Anlagen etwa, fehlende Verweilorte – und eine ungenügende Beschilderung.

Letztere sei so schlecht, dass viele Besucher den Weg vom Hauptbahnhof zum Bärenpark kaum finden würden, kritisiert Schildger. Zudem sorge der leere Bärengraben für Verwirrung unter den Besuchern und lenke vom eigentlichen Park ab. Die touristische Konzipierung des Areals sei nicht gelungen, es fehle der einheitliche Bezug zum Thema Bär, fasst Schildger zusammen.

Platz für Jungtiere

Für die grösste Neuigkeit war jedoch Tierparkkommissionspräsident Reto Nause besorgt: Offenbar plant die Stadt wieder für Bärennachwuchs – ein Thema, das abgehakt zu sein schien. Zur Erinnerung: 2014 endete der Versuch, zwei Jungbären bei ihren Eltern Mischa und Mascha im Dählhölzli zu lassen mit dem Tod der Kleinen. Die Bilder, wie Vater Mischa ein Jungbärchen durch die Luft schleuderte, gingen um die Welt und brachten dem Berner Tierpark viel Kritik ein.

Die Bärenbabys vom Bärenpark, Ursina und Berna, zogen 2010 zwar bis zu 20'000 Besucher pro Tag an. Später mussten sie jedoch umgesiedelt werden. «Im Bärenpark gibt es keine Nachzuchten mehr», erklärte Tierparkdirektor Bernd Schildger daraufhin. Grund dafür sei der fehlende Platz.

Deshalb wird nun die Erweiterung des Bärenparks ins Auge gefasst. «Das ist eine Option, über die wir diskutieren», bestätigt Reto Nause gegenüber dem «Bund». Finanziell sei dies kein Problem, denn Tiergehege könnten in der Regel zu 100 Prozent aus Drittmitteln finanziert werden, die Kosten für die Stadt seien überschaubar, betont Nause.

Heikler Baugrund

Bleibt zu hoffen, dass sich Nause in diesem Punkt nicht täuscht. Zu frisch ist die Erinnerung an das finanzielle Debakel um den Bau des Bärenparks: Zwischen 2008 und 2009 waren die Kosten für das Bauwerk von ursprünglich 9,7 auf 14,5 und schliesslich auf 21,3 Millionen Franken angestiegen.

Hauptursache der Kostenexplosion war der unsichere geologische Baugrund; eine ganze Hangpartie war während der Bauarbeiten ins Rutschen gekommen und musste aufwendig gesichert werden. Die gleiche Gefahr besteht auch im hinteren Teil des Hanges, der für die Erweiterung des Bärengeheges infrage kommt. Denn auch dort drohten in der Vergangenheit bereits Rutschungen nach heftigen Regenfällen.

Berner Zeitung

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