Urs Hauri expandiert nach Münsingen

Bern/Münsingen

Der bekannte Spitzenkoch Urs Hauri expandiert von Bern nach Münsingen. Dort eröffnet der 60-Jährige im ehemaligen USM-Gebäude neben dem Bahnhof eine Kochwerkstatt.

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Claudia Salzmann@C_L_A

Seit 25 Jahren hat Urs Hauri in der Zeughausgasse 19 sein Lokal «La Table de Urs Hauri», wo man sich auf Reservation bekochen lassen oder an einem Kochkurs teilnehmen kann. Nun expandiert der ehemalige Punktekoch, der in der damaligen Schultheissenstube im Hotel Schweizerhof für Furore sorgte, nach Münsingen: Das Gebäude am Bahnhofplatz 9, wo der Möbelhersteller USM mit der Produktion startete, wurde in den letzten drei Monaten umgebaut.

«Das Konzept ist genau das Gleiche, wie wir es in der Stadt haben», erklärt Hauri beim Eröffnungsapéro am Mittwoch. Geführt wird der neue Standort vom Christian Thierstein. «Da wir mit Reservationen arbeiten, ist alles sehr planbar», erklärt der 28-jährige Koch.

Nach japanischem Vorbild

Die Räume seien seit vier Wochen im Testbetrieb und werden am Freitag offiziell eröffnet. Im Erdgeschoss befindet sich eine Smoking Lounge mit einem grossen Whiskey- und Zigarrenangebot. Im ersten Stock gibt es zwei mietbare Sitzungszimmer und ein 54-plätziges Restaurant und im Dachstock einen Seminarraum für 52 Personen, eingerichtet mit USM-Möbeln. Auch die langen Tische aus japanischem Zedernholz sind von USM, aber «exklusiv für uns gemacht», erklärt Thierstein.

Während in der Zeughausgasse rund 40 Personen an einem Kochkurs teilnehmen können, gibt es in Münsingen für 25 Leute Platz, da die Küche anders gebaut ist. Ob die Kunden bei Thierstein essen kommen oder einen Kurs nehmen, spielt für ihn keine Rolle: «Am liebsten Abwechslung.» Dass er Abwechslung mag, sieht man auch an seinem Lebenslauf: Praktikum in London bei Anton Mosimann, Konzepthalle 6 in Thun, Tropenhaus in Frutigen, wo er Kaviar produzierte und Fische züchtete.

Kochen an den Nagel hängen?

Das dreistöckige Lokal wird nicht nur abends offen sein, sondern richtet sich am Mittag auf Business-Lunches aus: Bis zu vier Gänge (60 Franken) werden serviert. Für die nötige Diskretion sorgen Vorhänge.

Die Küche liegt hinter einer blickdichten Glaswand und dort arbeitet in diesen hektischeren Tagen auch Manuel Walther mit, der das Lokal in Bern führt. Der 33-Jährige stieg nach seiner Lehre im Hotel Bern 2004 bei Hauri ein und nach einer Reise kehrte er im Oktober 2013 zurück.

Dass Hauri auf Jungköche setzt, erklärt der 60-Jährige wie folgt: «Ich will jetzt schon meine Nachfolge regeln und mit den beiden habe ich zwei innovative und motivierte Köche mit an Bord.» Doch wenn ein Gast explizit ihn als Koch verlange, dann werde ihm dieser Wunsch natürlich erfüllt. Die Frage, ob er das Kochen in fünf Jahren wirklich an den Nagel hängen könne, beantwortet Hauri mit einem lauten Lachen.

Berner Zeitung

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