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Umbruch im Quadrat

Co-Working-Space statt Gastro – wo bisher zwischen Möbeln gegessen wurde, wird nun gearbeitet.

Quadrat-Inhaber Dan Hodler will nach 26 Jahren im Business etwas Neues ausprobieren.
Quadrat-Inhaber Dan Hodler will nach 26 Jahren im Business etwas Neues ausprobieren.
Nicole Philipp

Im Quadrat in Zollikofen ist ­­alles unter einem Dach vereint: ­­Design, Möbel, Laden, Restaurant, Werkstatt, Architektur. Gegründet wurde die AG schon vor 26 Jahren in der Länggasse, seit 2010 befindet sie sich in Zollikofen an der Bernstrasse. Und nach diesen 9 Jahren in der Agglomeration von Bern will Gründer und Inhaber Dan Hodler frischen Wind in den Betrieb bringen und einiges umkrempeln. Ab nächster Woche verzichtet der gelernte Schreiner deshalb zum Beispiel auf das Restaurantgeschäft, das im Quadrat jeweils am Mittag angeboten wurde.

«Klar, nach so langer Zeit tut es auch ein bisschen weh, dieses Angebot zu streichen», gibt Hodler zu. Aber, gibt er zu bedenken, über die ganze Zeitdauer habe das Restaurant immer mit den anderen Geschäftsfeldern quersubventioniert werden müssen, weil es allein nicht rentiert habe. Und: «Es war nie mein Hauptziel, ein Restaurant in klassischer Form zu führen. Aber die Räumlichkeiten geben unzählige Möglichkeiten her, einen Ort der Begegnung und der Interaktion zu schaffen.»

Flexibles Arbeiten

«Tische und Stühle haben wir hier wahrlich genug für jeden.»

Dan Hodler über das Konzept von Co-Working-Space

Die Räumlichkeiten, das sind drei Stockwerke, auf denen verschiedenste Occasion-Möbelstücke ausgestellt sind. Diese werden aber nicht einfach möglichst hübsch in Szene gesetzt, sondern waren bis anhin gleichzeitig eben auch Restauranttisch oder -stuhl für die Gäste. Dieses Konzept will Dan Hodler weiterverfolgen, aber einfach ohne Angebot des Mittagsrestaurants. Künftig setzt das Quadrat auf Co-Working-Space. «Tische und Stühle haben wir hier nämlich wahrlich genug für jeden», sagt der 54-jährige Besitzer schmunzelnd.

Hodler ist überzeugt vom Konzept der flexiblen Arbeitsplätze, die man tageweise oder im Monatsabo mieten kann, die Nachfrage steige rasant. «Noch vor einigen Jahren schaute man mich fragend an, wenn ich dieses Wort gebraucht habe. Heute wird diese Arbeitsweise von Arbeitgebern gefördert und auch immer mehr genutzt.» Und zwar nicht nur im Stadtzentrum, sondern zunehmend auch in der Region.

Damit die Leute, die im Quadrat arbeiten, nicht auf dem Trockenen sitzen, wird es künftig ein Bistro geben, das ganztags für alle geöffnet ist. Der Mittagstisch hingegen ist für die Mieter der Arbeitsplätze reserviert.

Ein bisschen Gastro bleibt

Für alle, die der Gastronomie nachtrauern, hat Hodler eine andere Idee ausgearbeitet: Einmal im Monat lädt das Quadrat künftig zum Event «Parmis nous» – unter uns. Dort werden verschiedene Gastköche am Herd stehen, sowohl ambitionierte Hobby­­köche wie auch Profis. «Wer sich zutraut, für fünfzig Personen zu kochen, darf das gerne ausprobieren und sich als Koch melden.»

Die Idee dahinter sei es, dass die Köche unter anderen Gäste auch ihre Freunde und Verwandten an einem Ort bekochen könnten, wo die ganze Infrastruktur schon bereitstehe. Und auch das Brunchangebot wird weiterhin bestehen bleiben. Jeweils am Samstagmorgen übernimmt eine Gruppe von Seniorinnen und Senioren die Küche und serviert den Gästen Frühstück und Mittagsmenüs.

«Ich bin schon sehr lange dabei, trotzdem werden die Veränderungen auch herausfordernd», sagt Dan Hodler. Und doch – Energie dafür habe er noch ­­lange.

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