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Translationale Medizin: Bern macht trotz Zürcher Zentrum weiter

Die sitem-insel AG, die in Bern ein nationales Kompetenzzentrum für translationale Medizin aufbauen will, setzt ihre Arbeit wie geplant fort.

sitem-insel-Geschäftsführer Felix Frey (2. v. r.) sagte am Montag, die beiden Zentren seien komplementär, schlössen sich also nicht gegenseitig aus.
sitem-insel-Geschäftsführer Felix Frey (2. v. r.) sagte am Montag, die beiden Zentren seien komplementär, schlössen sich also nicht gegenseitig aus.
Keystone

Sie lässt sich von der Nachricht, die ETH und die Uni Zürich bauten ein solches Forschungszentrum auf, nicht beunruhigen.

sitem-insel-Geschäftsführer Felix Frey sagte am Montag nach einer Sitzung des Unternehmens auf Anfrage, die beiden Zentren seien komplementär, schlössen sich also nicht gegenseitig aus. Das Berner Zentrum werde nach heutigem Kenntnisstand viel mehr auf Ausbildung und konkreten Nutzen für kleinere und mittlere Unternehmen im Schweizer Mittelland ausgerichtet sein als ETH und Uni Zürich.

Bern werde ausserdem eine neue Institution aufbauen, nicht bestehende Strukturen erweitern. Ausserdem könne es in der Schweiz nur von allgemeinem Interesse sein, wenn es möglichst viele translationale Aktivitäten gebe, so der emeritierte Professor der Berner Uni weiter.

120 -Millionen-Spende für Zürcher Zentrum

Am vergangenen Freitag hatten Uni und ETH Zürich bekanntgegeben, sie bauten ein gemeinsames Forschungszentrum mit dem Namen «Wyss Translational Center Zurich» auf und könnten dafür auf eine 120-Millionen-Franken-Spende des Schweizer Industriellen Hansjörg Wyss zählen. Unter Translation versteht man den Übergang von neuen Erkenntnissen und Produkten aus industrieller Entwicklung und Grundlagenforschung in die klinische Anwendung.

Auch der Verwaltungsratspräsident der sitem-insel AG, der Freiburger CVP -Ständerat Urs Schwaller, hält die Berner Pläne nicht für gefährdet. Er hält das in Bern geplante Angebot ebenfalls für «ganz klar komplementär» zu jenem, das die ETH und die Uni Zürich aufbauen wollen.

Die Zürcher Pläne zeigten gerade, dass die Bestrebungen, die Translation zu verbessern, ein Thema sei, sagt Schwaller weiter. Bern und Zürich müssten aber sicher miteinander reden. Auch der Rektor der Universität Bern, Martin Täuber, sieht durch die Zürcher Pläne keine Gefahr für die sitem-insel AG.

Initiiert von Berner Kantonsregierung

Mitte November hatte der bernische Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher zusammen mit Uni Bern und sitem-insel AG die Pläne für den Aufbau eines nationalen Zentrums für translationale Medizin und Unternehmertum bekanntgegeben.

Die Berner Kantonsregierung gab dafür den Impuls und wird dem bernischen Grossen Rat beantragen, für den Betrieb in den Jahren 2017 bis 2020 sechs Millionen Franken pro Jahr freizugeben. Dem Bund wird die sitem-insel AG beantragen, die Betriebskosten in gleichem Umfang zu subventionieren. In zirka zehn Jahren soll das Zentrum finanziell selbsttragend sein.

SDA/sih

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