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Trampoline statt Bierflaschen

Wo früher Bier ­abgefüllt wurde, sollen bald Trampoline stehen: Der Grosse Elefant auf dem Gurtenareal wird zum Fitnessmekka.

Der Grosse Elefant soll zur Sporthalle werden.
Der Grosse Elefant soll zur Sporthalle werden.
Raphael Moser

Und wieder eine Trampolinhalle. Diesmal in Wabern.

Eben ist im Anzeiger ein Baugesuch erschienen. Die Superfly AG will auf dem Gelände der ehemaligen Gurtenbrauerei eine Fitness-Trampolinanlage einrichten.

Vorgesehen hat sie dafür das mittlere Geschoss im sogenannten Grossen Elefanten, jenem markanten grauen Klotz aus den 1970er-Jahren, der das Areal ge­gen Bern hin abschliesst. Er diente früher als Flaschenabfüllerei und verbindet die Ebene der alten Fabrikbauten mit dem tiefer gelegenen Bahnhof der BLS.

Kein Unbekannter

Die Superfly AG springt auf einen Trend auf. Immerhin sorgten in den letzten Wochen im Raum Bern schon zwei weitere ähnliche Anlagen für Schlagzeilen. Ende März wurde auf dem Zentareal in der Stadt Bern der Skills Park Lite eröffnet. Und Anfang April wurde bekannt, dass ab dem Sommer im leeren Kartpalais beim Flughafen im Belpmoos ebenfalls gesprungen werden kann.

Wie genau die Halle in Wabern eingerichtet wird, lässt sich erst in Umrissen abschätzen. Verwaltungsrat Bayram Candan übt sich zurzeit bewusst in Zurückhaltung, weil er die Baubewilligung noch nicht auf sicher hat.

Er redet nur allgemein von «einem ame­rikanischen Tram­polinsystem», lässt sich weiter noch entlocken, dass die reine Sprungfläche 2500 Quadratmeter messe. Damit, fügt er nicht unbescheiden an, entstehe in Wabern «der grösste Trampolinpark in der Schweiz» – wenn alles gut laufe, werde es bereits im Spätsommer oder im Frühherbst so weit sein.

In der Branche ist Candan kein Unbekannter. Im kurzen Gespräch erinnert er gleich selber an die Zeit, in der er mit seinen beiden Brüdern den Grundstein zu einem Fitness-Discounter gelegt hat: 2009 ging in Bern mit Fitmade die erste Filiale einer Kette auf, die heute als Basefit schweizweit tätig ist.

Bunter Gewerbepark

Noch ist offen, wie die Anwohner auf Candans Pläne reagieren werden. Betroffen sind allem voran jene, die eine der 99 neu erbauten Wohnungen auf dem Areal gekauft haben. «Quellfrisch» nennt sich der gelbe Riegel, der den ­Zugangsweg zur Trampolinhalle säumt – bisher hiess es immer, wie sehr die Ruhe hier oben geschätzt werde.

Zwar ist das Areal auch sonst zu neuem Leben erwacht. Die alten Fabrikbauten in den beiden rückwärtigen Häuserzeilen sind mittlerweile zum bunten Gewerbepark geworden.

Allerdings sind die Betriebe am Feierabend in der Regel geschlossen, während eine Sporthalle ihr Publikum gerade dann anzieht. Wenigstens wird ein Grossteil der Leute mit Bahn oder Tram anreisen. Wer trotzdem im Auto kommt, nutzt das nahe Parking der Gurtenbahn.

Städtisches Gepräge

Vermietet werden die Gewerberäume von der PSP Swiss Property AG. Sie hat einst auch die «Quellfrisch»-Wohnungen ge­baut. Einen Konflikt mit der Superfly AG als Mieterin im Grossen Elefanten sieht der zuständige Christoph Sättler nicht.

Er erinnert im Gegenteil daran, dass das Areal im Zuge aller Neu- und Umbauten ohnehin ein sehr städtisches Gepräge erhalten hat: «Ich kann mir gut etwas mehr Leben vorstellen als heute.»

Laut Sättler gibt es auch für die beiden anderen Etagen im Grossen Elefanten mehr oder weniger konkrete Interessenten. Von den alles in allem 15'000 Quadrat­metern Gewerbefläche auf dem Areal wäre dann der allergrösste Teil vermietet.

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