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Tod durch Föhn in Badewanne: Es war ein Unfall

Im Februar starben zwei Kinder durch einen tödlichen Stromschlag in der Badewanne. Nun ist klar: Haftbar bei dem Unfall ist niemand, die Polizei stellt die Untersuchung ein.

Zwei Kinder starben im Februar in Kehrsatz durch Stromschlag ausgelöst durch einen Föhn. (Symbolbild)
Zwei Kinder starben im Februar in Kehrsatz durch Stromschlag ausgelöst durch einen Föhn. (Symbolbild)

Der tödliche Unfall in einer Badewanne von zwei Kindern im Februar dieses Jahres in Kehrsatz hat keine strafrechtlichen Folgen. Die Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland habe das Verfahren nach der Untersuchung nun eingestellt, teilte sie gestern mit.

Der Unfall ereignete sich in einer Wohnung im Hängelenquartier. Das Quartier war vor vier Jahren in die Schlagzeilen geraten, weil sich Mieter über mangelnden Unterhalt beklagt hatten. Die beiden Knaben aus Somalia im Alter von sechs und sieben Jahren nahmen einen ans Stromnetz angeschlossenen Haarföhn mit ins Bad. Dabei kam es zum tödlichen Stromschlag. Trotz umgehender Rettungsmassnahmen verstarben die Buben später im Spital.

Bei der Untersuchung ging es um die Frage, ob Sicherheitsvorschriften in Bezug auf den Föhn und die elektrischen Installationen eingehalten wurden. Die Untersuchungsbehörden kamen zum Schluss, dass dies der Fall war.

Christof Scheurer, Informationsbeauftragter der Staatsanwaltschaft, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur SDA, im fraglichen Haus habe es keine ­sogenannten FI-Schutzschalter gegeben. Solche Schalter verhindern tödliche Stromschläge. Das Haus sei 1973 gebaut worden.

Die Pflicht, solche Schalter einzubauen, sei erst 1987 eingeführt worden. Eine Nachrüstpflicht ­bestehe nur, wenn bestehende Stromleiter geändert oder ergänzt worden seien, was bei diesem Haus nicht der Fall gewesen sei. Die Liegenschaftsbesitzer hätten sich deshalb nichts zuschulden kommen lassen.

Wie Scheurer zur Agentur weiter sagte, wäre es im vorliegenden Fall auch möglich gewesen, eine Sorgfaltspflichtverletzung der Eltern zu untersuchen. Doch gingen die Ermittler nicht von einem vorsätzlichen, sondern fahrlässigen Verhalten der Eltern der Buben aus.

In diesem Fall komme Artikel 54 des Schweizerischen Strafgesetzbuches zur Anwendung. Demgemäss wird keine Strafverfolgung eingeleitet, wenn ein Täter von den Folgen einer Tat so schwer betroffen ist, dass eine Strafe unangemessen wäre. Die betroffene Familie ist mittlerweile aus dem Quartier weg­gezogen.

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