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Tempo 30 lässt auf sich warten

Der Belper Gemeinderat verspricht: Bald soll im Dorfzen­trum endlich Tempo 30 gelten. Davon wohl ausgenommen: Die Hohlestrasse.

Belp wartet seit einem Jahr auf eine Tempo-30-Zone im Dorfzentrum.
Belp wartet seit einem Jahr auf eine Tempo-30-Zone im Dorfzentrum.
zsp

Für die EVP Belp ist eindeutig zu wenig Tempo in dieser Sache: Vor einem Jahr entschied der Gemeinderat, dass im Belper Dorfzentrum Tempo 30 eingeführt wird. Passiert ist bis heute: nichts. «Das können wir nicht verstehen», schreibt die Partei in einem offenen Brief an den Gemeinderat und fragt: «Soll das Geschäft etwa versanden?»

Nein, entgegnet Gemeindepräsident Benjamin Marti (SVP). Die Verzögerung liege vor allem in einem Versuch des Kantons Bern an der Hohlestrasse begründet. Denn die Baudirektion musste an dieser Kantonsstrasse prüfen, wie sich eine Temporeduktion von Tempo 50 auf 30 auf die Lärmbelastung auswirkt. «Falls der Kanton dort künftig Tempo 30 vorsieht, wäre es sinnvoll, die Planung gemeinsam in Angriff zu nehmen.»

Vielleicht bis Ende 2018

Eine weitere, untergeordnete Rolle habe die personelle Situation im Gemeinderat im Departement Bau gespielt, sagt Marti. In diesem Sommer trat Hans Aeschlimann aus gesundheitlichen Gründen zurück, auf ihn folgte Jean-Michel With (beide SVP).

Zufrieden mit dieser Antwort? «Die Begründung ist für uns durchaus nachvollziehbar», sagt EVP-Präsident Simon Baumann. «Es wäre aber auch nichts verloren gegangen, wenn man erste Massnahmen bereits umgesetzt hätte.» Ausserdem kritisiert er, dass der Gemeinderat nie über den Stand der Dinge informiert habe. Baumann geht nun davon aus, dass Tempo 30 möglichst rasch umgesetzt wird. Laut Marti wird das neue Regime im idealen Fall Ende 2018 umgesetzt sein. «Es ist aber nicht ganz sicher, dass es reicht.»

Versuch wohl gescheitert

Bleibt die Frage, welche Geschwindigkeitsbegrenzung künftig auf der Hohlestrasse gelten wird. Die viel befahrene Strasse führt vom Bahnhof steil hinauf zur Seftigenstrasse. Wie Messungen einst ergeben hatten, wurden die Lärmgrenzwerte überschritten. Aus Sicht des Kantons war eine Temporeduktion unverhältnismässig. Doch nach einer Intervention von Anwohnern ordnete das Verwaltungsgericht einen Versuch an.

Der Tempo-30-Test startete im Sommer des letzten Jahres und wurde längst beendet. Das Resultat steht fest und wurde den involvierten Stellen bereits kommuniziert. Öffentlich will sich der Kanton aber erst Mitte Dezember zum Ergebnis äussern. Allerdings: Gemäss Informationen dieser Zeitung ist der Versuch gescheitert. Das hiesse: Tempo 30 bringt nichts, auf der Hohlestrasse gilt Tempo 50.

Das würde den ursprünglichen Plänen der Gemeinde entsprechen – und bedeuten, dass der Belper Gemeinderat mit der Umsetzung von Tempo 30 im Dorfkern vergeblich so lange gewartet hat.

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