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Tempo 30 auf der Hauptstrasse

Die Gemeinde führt ein neues Temporegime ein: Im Dorf wird es künftig mehr Tempo-30-Zonen geben. Die Reaktionen der Einwohner fallen meist positiv aus.

Noch dürfen Autos auf der Bernstrasse mit 50 durch das Dorf fahren.
Noch dürfen Autos auf der Bernstrasse mit 50 durch das Dorf fahren.
Urs Baumann

Tempo-30-Zonen polarisieren. Davon ist auch Peter Masciadri überzeugt. Der Bauverwalter von Stettlen muss es wissen, plant doch die Gemeinde ein neues Temporegime. «Wir behalten, wenn möglich, Tempo 50 und führen dort Tempo 30 ein, wo es nötig ist», erklärt Masciadri. Die Gemeinde stellt ihre Pläne momentan im Dachgeschoss der Gemeindeverwaltung aus.

Diese sehen unter anderem vor, auf Bahnhof- und Oberdorfstrasse die Geschwindigkeit auf 30 zu reduzieren. Auf Ferenberg- und Bergackerstrasse wird künftig teilweise 50 oder 30 gelten. Rund 70 Interessierte haben sich letzten Samstag die Pläne ange­sehen. «Die Voten fielen unterschiedlich aus, doch mehrheitlich positiv», sagt Masciadri. Am Samstag stellen sich die Verantwortlichen noch einmal den Fragen der Stettler.

Stein des Anstosses

Den Stein ins Rollen gebracht hat die geplante Sanierung der Bernstrasse durch den Kanton. «Oft wurde im Dorf der Wunsch nach Tempo 30 geäussert», sagt Gemeinderat Markus Bieri. Auf einer Kantonsstrasse sei dies jedoch lange nicht möglich gewesen – bis in Köniz ein entsprechendes Pilotprojekt lanciert wurde und erfolgreich war.

Während der Mitwirkung zum kantonalen Vorhaben hätten sich viele Stettler zu Verkehrsproblemen geäussert, die über die Bernstrasse hinausgehen. «Man könnte doch auch gleich etwas für die Schulwegsicherheit unternehmen», sei zum Beispiel häufig gesagt worden. Hinzu kam, dass einige Gemeindestrassen in die neu geplante Tempo-30-Zone einmünden. «Für diese hätten wir uns sowieso etwas überlegen müssen.» Der Gemeinderat habe deshalb beschlossen, das Temporegime im ganzen Dorf anzu­passen.

Auf den Kanton, der wohl 2019 mit der Sanierung der Bernstrasse beginnt, will Stettlen aber nicht warten. Für die gemeindeeigenen Strassen habe der Gemeinderat ein separates Projekt aufgegleist. Laut Masciadri fallen dafür Kosten in der Grössenordnung von 350 000 Franken an.

Die erste Besichtigung der Pläne habe gezeigt, dass die Meinungen oft bereits gefestigt seien, ­erklärt Masciadri. «Einige hätten am liebsten im ganzen Dorf ­Tempo 30. Andere auf gar keiner Strasse.» Wenn die Gründe für das Temporegime jedoch nachvollziehbar seien, würde dieses meist akzeptiert. Zum Beispiel habe die Gemeinde aufzeigen können, dass man auf einigen Strecken gar nicht schneller als 30 fahren kann. «So sehen es auch diejenigen ein, die anfangs skeptisch waren.»

Den Befürwortern wiederum müsse gezeigt werden, dass Tempo 30 auch kontraproduktiv sein kann: «Wenn sich Autofahrer schikaniert fühlen, halten sie sich nicht an die Begrenzung», erklärt Masciadri.

Die Einwohner sollen sich laut Bieri die Pläne der Gemeinde nicht nur ansehen, sondern sich aktiv einbringen. Das liessen sich die Stettler am Samstag nicht zweimal sagen: Überall auf den Plänen haben sie mit Kugelschreiber Notizen gemacht.

Vorteil für Gewerbe

«Ich hoffe, es bringt unserem Geschäft etwas, wenn der Verkehr etwas ruhiger ist», sagt Elsbeth Julier vom Dorfladen. Grundsätzlich begrüsse sie die Tempo-30-Zonen deshalb. Jedoch müsse die Gemeinde auch für genügend Parkplätze sorgen. Von der Idee ist auch Christine Huber überzeugt. Die junge Mutter wäre froh, wenn Autos langsamer fahren würden, wenn sie mit ihren Kindern unterwegs ist.

Anders klingt es beim Ehepaar Kunz: «Das bringt doch nichts.» Die Autos könnten ohnehin nicht schneller als 30 fahren – die neuen Massnahmen seien so überflüssig. Silvia Kunz lenkt aber dennoch ein: «Vielleicht wird es ja doch ein bisschen ruhiger.»

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