SVP setzt bei Wahlen auf gesunden Menschenverstand

Die Berner SVP will beim Wahlkampf ihre neun Nationalratssitze verteidigen. Und Präsident Werner Salzmann soll die Partei in den Ständerat zurückbringen.

Werner Salzmann soll den freiwerdenden bürgerlichen Sitz erobern. Hauptkonkurrentin sei Beatrice Simon.

Werner Salzmann soll den freiwerdenden bürgerlichen Sitz erobern. Hauptkonkurrentin sei Beatrice Simon.

(Bild: Adrian Moser)

Die bernische SVP will sich im Wahlkampf als die Partei positionieren, die eine Politik des gesunden Menschenverstands betreibt. Sie will ihre neun Nationalratssitze verteidigen und in den Ständerat zurückkehren.

Den freiwerdenden bürgerlichen Sitz soll Werner Salzmann erobern. Der Präsident der Kantonalpartei setzt dafür mindestens 75'000 Franken aus eigenen Mitteln ein, wie er am Mittwoch vor den Medien in Bern sagte. Dazu kommen Spenden; insgesamt sollen für die Ständeratswahl 150'000 bis 200'000 Franken bereitstehen.

Die grösste Partei des Kantons gehöre in die kleine Kammer, sagte Salzmann. Nicht zuletzt gehe es um eine starke Stimme für den ländlichen Raum, der immer mehr ausgegrenzt und von den städtischen Stimmen zum Naturpark degradiert werde. «Ich will Gegensteuer geben.»

Als Salzmanns Hauptkonkurrentin sehen Beobachter die BDP-Regierungsrätin Beatrice Simon. Salzmann gab zu bedenken, dass die Wahl Simons in den Ständerat die bürgerliche Mehrheit in der Kantonsregierung gefährden könnte. Denn bei einer Ersatzwahl könne Rotgrün gefährlich werden.

«Politik konkret machen»

Für den Nationalrats-Wahlkampf setzt die SVP nach eigenen Angaben 100'000 Franken ein. «Wir müssen die Politik wieder konkret machen», sagte Geschäftsführerin Aliki Panayides. Nur eine Politik des gesunden Menschenverstandes sorge dafür, «dass wir auch morgen noch frei und sicher leben können und nicht an die Wand fahren vor lauter Kontroll- und Konsummaximierung».

Den Wahlkampf will die Partei auch in den sozialen Medien führen. Um in alle «Filterblasen» zu gelangen, in denen sich Menschen bewegen, will die SVP zudem Whatsapp nutzen. Bild-Text-Botschaften zu aktuellen Themen sollen sich nach dem Schneeballsystem verbreiten und ein Publikum weit über die klassische Wählerschaft hinaus finden.

Listenverbindungen denkbar

Die Verteidigung der neun Sitze sei kein Selbstläufer, räumte Co-Wahlleiter Hansruedi Wandfluh ein. Schliesslich sei im Kanton Bern ein Sitz weniger zu vergeben. Das Ziel sei aber realistisch. Hilfreich wären Listenverbindungen. Die Gespräche mit der FDP und der EDU sind aber noch nicht abgeschlossen, wie Kantonalpräsident Salzmann sagte.

sma/sda

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