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Studis kämpfen gegen Uni-Entscheid

Es brauchte keine kriminelle Energie dazu, für die Jusprüfung «Schuldbetreibung und Konkurs» gewappnet zu sein, sondern bloss die kursierende Vorlage einer alten Prüfung.

Weil an der Universität Bern nur eine leicht modifizierte Version einer alten Rechtsprüfung verwendet wurde, müssen die Studierenden die Klausur wiederholen. Dagegen wehren sie sich.
Weil an der Universität Bern nur eine leicht modifizierte Version einer alten Rechtsprüfung verwendet wurde, müssen die Studierenden die Klausur wiederholen. Dagegen wehren sie sich.
zvg

So schnell kann der Wind drehen: Am Freitagmittag spekulierte Jus­professorin Jolanta Kren Kostkiewicz gegenüber dieser Zeitung noch über einen Hackerangriff als Grund dafür, dass vielen Studentinnen und Studenten die Fragen zur Prüfung «Schuldbetreibung und Konkurs» bereits bekannt gewesen waren.

Deshalb müssten alle 180 Studierenden, die zur Prüfung angetreten waren, diese wiederholen. Am späten Freitagabend bestätigte die Kommunikationsstelle der Universität Bern in einer Mitteilung, dass eine Wiederholung «unumgänglich» sei.

Der Grund waren aber keine Hacker: Es sei die «nur leicht modifizierte Prüfung» aus dem Jahr 2013 verwendet worden. Da diese nicht allen Studierenden bereits im Vorfeld vorlag, könne «eine Verzerrung der Ergebnisse nicht ausgeschlossen werden».

Und: «Die prüfende Dozentin hat sich in einer Mail an die Studierenden in aller Form entschuldigt.» Es sei nicht üblich, nur leicht modifizierte Prüfungen erneut zu verwenden. Den Studierenden würden zwei neue Prüfungstermine angeboten.

Am Montag findet Gespräch statt

Schon vor der Uni hatte sich auch die StudentInnenschaft der Uni Bern (SUB) geäussert. Man sei «entsetzt» über die Behauptung von Professorin Kren, dass der Computer des Instituts gehackt worden sei.

Dafür gebe es weder Indizien noch Beweise. Wie die Universität später selber einräumen musste, hielt die SUB fest, dass es sich «nicht um einen Betrugsversuch der Studierenden handelt, sondern ganz klar um einen Fehler der Professorin».

Es sei bekannt, dass alte Prüfungen gerne zum Lernen verwendet würden, schrieb die SUB. Wenn Studierende die Leidtragenden seien, dass Dozierende altes Prüfungsmaterial verwenden, dann sei dies «absolut inakzep­tabel».

Wie verschiedene Medien am Wochenende berichteten, prüfen die Jusstudierenden nun rechtliche Schritte gegen die Wiederholung der Prüfung. Ein Gespräch zwischen Uni und SUB finde am Montag statt.

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