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Stadion-Planer gehen ins Powerplay

Das Neubauprojekt für die Schwarzwasser-Arena ist blockiert, weil der Landeigentümer das Areal für ein Aussenfeld nicht freigibt. Jetzt fordert die Projektgruppe, dass die Arena ohne die Zusatzfläche gebaut wird.

Die Eisbahn Schwarzwasser soll durch eine Halle ersetzt werden – aber es ist kompliziert.
Die Eisbahn Schwarzwasser soll durch eine Halle ersetzt werden – aber es ist kompliziert.
Caroline Marti

Ungeduldig. Verärgert. Deprimiert. Die Wörter treffen alle zu und sind doch zu schwach, um den Gemütszustand von Jean-Pierre Boillat widerzugeben. «Die Situation», sagt dieser, «ist beelendend.»

Um seinen Frust zu verstehen, muss man den Hintergrund kennen: Boillat ist Leiter der Projektgruppe Schwarzwasser-Arena. Deren Ziel ist es, bei der Schwarzwasserbrücke eine moderne Eishalle zu bauen. Denn auf der heutigen Freilufteisbahn sind die Möglichkeiten beschränkt.

Die Anlage ist marode, sie erlaubt nur eine stark wetterabhängige Nutzung. Die verfügbare Eiszeit für die verschiedenen Vereine aus Eiskunstlauf, Curling und Eishockey ist zudem knapp. Oft müssen die Hockeyaner wegen Terminüberschneidungen bis vor Mitternacht trainieren oder gar ins Oberland ausweichen.

«Wir könnten loslegen»

Eine Arena soll endlich Abhilfe schaffen, darüber ist man sich beidseits der Schwarzwasser­brücke einig. Die Gemeinden Schwarzenburg und Köniz als Eisbahneigentümerinnen stehen hinter dem Projekt und betonen seit Jahren die Dringlichkeit – und doch besteht die Vision nach wie vor nur auf Papier.

Der Grund ist die Fläche neben der heutigen Eisbahn. Dort soll es dereinst – neben der geplanten Halle – auch ein offenes Eisfeld geben. Das Problem: Dieses Stück Land gehört der Zbinden Transporte AG. Die Transportfirma würde zwar wegziehen und das Areal den Gemeinden verkaufen – über den Preis ist man sich bisher aber nicht einig geworden. Die Folge: Die Situation ist festgefahren, der Baustart auf Eis gelegt.

«Wir Vereine leisten hier seit Jahren soziale Arbeit.»

Jean-Pierre Boillat Leiter Projektgruppe Schwarzwasser-Arena

Bei der vor allem aus Eishockeyanern bestehenden Projektgruppe reisst deshalb allmählich der Geduldsfaden. «Seit fünf Jahren geht es einfach nicht vorwärts», ärgert sich Projektleiter Boillat. Er und sein Team haben den groben Bauplan längst skizziert. Letztes Jahr definierte die Gruppe zudem ein Kostendach von 15 Millionen Franken. Die Finanzierung sei dank Zusagen von Gönnern «absolut realistisch», sagt Boillat. «Wir wären parat, wir könnten loslegen.»

Nur eben: Für die Gemeinden kommt ein Bau erst infrage, wenn auch das Zusatzland ge­sichert ist. Das sorgt bei der Projektgruppe für Unverständnis. «Wir sind zu unnötigem Däumchendrehen verdammt», sagt Boillat. Dabei könne man bereits mit dem Bau der Halle beginnen. «Sie drängt am meisten und ist nicht betroffen vom Landkauf.» Das Aussenfeld lasse sich später immer noch realisieren.

Boillat, selbst SVP-Gemeinderat im freiburgischen Ueberstorf, nimmt die Gemeinden Schwar­zenburg und Köniz auch ge­sellschaftlich in die Pflicht, bessere Bedingungen zu schaffen. «Schliesslich leisten wir als Vereine hier seit Jahren soziale Arbeit.» Dass er als Eishockeyaner ein Eigeninteresse habe, lässt Boillat nicht gelten. «Von einer Halle würden alle profitieren.»

Zum Scheitern verurteilt?

Die Gemeinden sehen es anders. «Das Risiko des Scheiterns ist gross, wenn man nur auf die Halle setzt», sagt der Könizer Gemeinderat Thomas Brönnimann. Viele würden dann nicht mehr hinter dem Projekt stehen, weil für sie das Eislaufen auf einem Aussenfeld ein Muss sei.

Auch für Andreas Kehrli, Gemeinderat von Schwarzenburg, ist der Erwerb des Zbinden-Areals zwingend. «Sonst könnten kantonale Instanzen, Organisationen oder Private das Bauvorhaben durch Einsprachen weiter verzögern», sagt er. Potenzielle Einsprecher wären nebst der Transportfirma Landschaftsschutzverbände.

Sie haben dem Arenaprojekt ihren Segen ge­geben – wohl aber in Erwartung, dass der nur dank Sonderregelung geduldete, eigentlich zo­nenfremde Werkhof der Firma nahe dem Naturschutzgebiet verschwindet. Bleibt er, dürften sie ihre Meinung revidieren.

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