Sportplatz weicht der Tram-Wendeschlaufe

Ostermundigen

Nach Ablauf der Mitwirkung ist klar: Die Gemeinde Ostermundigen kann die Tram-Wendeschlaufe beim Sportplatz Rüti planen.

Heute noch Fussballfeld, in Zukunft Wendeplatz des neuen Trams.

Heute noch Fussballfeld, in Zukunft Wendeplatz des neuen Trams.

(Bild: Franziska Rothenbühler)

Annic Berset

Der Gemeinderat von Ostermundigen und seine Einwohner sind sich einig: Das neue 10er-Tram soll dereinst dort wenden, wo sich heute der Fussballplatz Rüti 1 befindet. Im vergangenen Sommer hatten die Verantwortlichen vier Wendeschlaufen-Varianten unter die Lupe genommen, deren Vor- und Nachteile abgewägt und eine Mitwirkung zu den verschiedenen Standorten durchführen lassen.

Weil zwei von vier Vorschlägen den Kostenrahmen von 10 Millionen Franken gesprengt hätten, stand der Favorit des Gemeinderats einzig der Variante gegenüber, bei der das Tram bereits beim Rüti-Coop gewendet hätte. Diese hätte aber eine viel kleinere Erschliessungskapazität gehabt, weil weniger Leute rund um den Rüti-Coop wohnen als in der Nähe des heutigen Sportplatzes.

Alternativen für Fussballer

Am Donnerstag wurde nun das Resultat dieser Mitwirkung vor den Medien präsentiert, bekannt gegeben, wo das Tramprojekt derzeit steht und wie das weitere Vorgehen aussehen soll.

84 Stellungnahmen sind in der Mitwirkung eingegangen, 71 davon von privaten Bürgern, der Rest von Parteien und Organisationen. «Dabei hat sich eine befürwortende Mehrheit von 64 Prozent ergeben, die sich für die Variante mit einer Schleife beim Sportplatz ausspricht», gab Gemeindepräsident Thomas Iten (parteilos) bekannt. Anders sieht das Votum der Parteien und Organisationen aus, wo nur gerade ein Viertel hinter der Rüti-Variante steht. «Die Votanten bedauern den Verlust des Sportplatzes und sind der Meinung, dass der Coop-Standort für eine allfällige Verlängerung der Tramlinie Richtung Deisswil besser geeignet wäre», erklärte Gemeinderat Andreas Thomann (SP).

Für den Rasen, den der FC Ostermundigen durch die Wendeschlaufe verliert, laufen aber zurzeit bereits Abklärungen für einen Ersatz. «Als mittelfristige Lösung soll auf dem heutigen Sportplatz Oberfeld ein Kunstrasenfeld erstellt werden», so Iten. Und das werde nicht irgendein Kunstrasen sein, sondern der Meister- und Champions-League-Rasen der Berner Young Boys aus dem Stade de Suisse, der bald ersetzt werden müsse. Langfristig prüft die Gemeinde ausserdem Alternativen für weitere Fussballfelder beim Freibad Ostermundigen.

Gleichzeitig mit dem Standort der Tramwendeschlaufe stellte der Gemeinderat auch die anschliessende Busverbindung auf die Rüti zur Debatte. Für ihn ist klar, dass es nur mit einem Shuttlebus einen optimalen Anschluss an das Quartier geben kann. Auch hier folgte die Mehrheit der Einwohner, die sich an der Mitwirkung beteiligt hatten, dem Vorschlag. Jene, die sich nicht mit einer solchen Lösung anfreunden können, äusserten den Wunsch, ohne Umsteigen ins Dorfzentrum zu gelangen, zum Beispiel mit einem Orts- oder Rufbus. «Wir prüfen eine Kombination von Shuttle- und Ortsbus und werden uns dafür engagieren», betonte Thomas Iten. Damit die Idee aber umgesetzt werden könne, brauche es ein Ja der Regionalkonferenz und des Kantons. «Deshalb gibt es für dieses Wunschszenario auch keine Garantie.»

«Es gibt für das Wunschszenario von Shuttle- und Ortsbus keineGarantie.»Thomas Iten (parteilos)Gemeindepräsident

Fahrplan mit Vorbehalten

Die Ergebnisse, die die Gemeinde in der öffentlichen Mitwirkung gesammelt hat, fliessen nun in die weitere Planung für das Tramprojekt Bern–Ostermundigen ein. 2020 soll die Projektierung für die Wendeschlaufe abgeschlossen sein, 2022 die Pläne dazu aufgelegt werden. Ab 2024 soll die konkrete Planung rund um die Rüti angegangen werden.

Ob diese Daten in diesem Rahmen eingehalten werden können, hängt nicht zuletzt von einem Entscheid des Bundesgerichtes ab. Dort ist nach wie vor eine Beschwerde gegen die Abstimmungsbotschaft von 2016 hängig. «Wir erwarten den Entscheid hoffentlich in den nächsten Monaten. Bis dahin heisst es weiterplanen, wenn auch mit etwas angezogener Handbremse», so Thomas Iten.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt