Zum Hauptinhalt springen

Spitalzentrum prüft Neubau

Das Spitalzentrum Biel muss umgebaut werden. Was seit Jahren als gesichert gilt, steht nun erneut zur Debatte: Mehrere Parteien sprechen sich für einen Standortwechsel aus.

Mehrere Parteien sprechen sich für einen Wechsel des Spitalzentrums Biel aus (Archivbild).
Mehrere Parteien sprechen sich für einen Wechsel des Spitalzentrums Biel aus (Archivbild).
zvg/BT

Das Spitalzentrum Biel (SZB) ist in die Jahre gekommen. Schon lange ist deshalb klar: Eine grundlegende Sanierung ist unausweichlich. Doch die Bauarbeiten lassen auf sich warten. Zwar hat der Grosse Rat vor über sechs Jahren einen Kredit für das Umbauprojekt gesprochen. Bislang sind jedoch noch keine Bagger aufgefahren.

Nun hat der Berner Gesundheits- und Fürsorgedirektor Pierre Alain Schnegg (SVP) ein altes Thema aufs Parkett geholt: Und zwar das Spital an einem anderen Standort neu zu bauen, anstatt es im verkehrstechnisch schlecht erschlossenen Beaumont-Quartier für viel Geld umzubauen.

«Es lohnt sich, dass wir uns diese Frage jetzt noch einmal stellen: Soll das Spital wirklich saniert werden, nur weil das vor Jahren so entschieden wurde?», sagt Schnegg.

Fehr: «Positive Nachricht»

Tatsächlich stand die Frage nach einem Neubau bereits mehrfach zur Debatte. So erinnert sich Biels Stadtpräsident Erich Fehr (SP), dass Biel vor acht Jahren auf den Umstand, ein Neubau könnte doch einem Um- und Ausbau vorgezogen werden, aufmerksam gemacht habe. «Wir haben bereits damals darauf hingewiesen, dass ein Bau in der Ebene kompakter möglich und deutlich besser erschlossen wäre.»

Das Spital hingegen verfolgte zusammen mit dem Kanton weiterhin die Umbaupläne. Der Grund: 2007 ergab eine Prüfung von sieben Standorten, dass ein Neubau «wahnsinnig teuer» gekommen wäre, wie SZB-Direktor Kristian Schneider sagt.

Dass sich dies nun doch noch ändern könnte, komme grundsätzlich etwas überraschend, sagt Fehr, «doch dass eine Prüfung nun möglich wird, ist sicher eine positive Nachricht».

Fehr bestätigt: Er habe sich in dieser Angelegenheit mit Schnegg zu einem Austausch getroffen. Wenn es gelinge, das Spitalzentrum vom Beaumont in die Ebene zu holen, sei dies zum Vorteil aller.

Bözingenfeld oder Brüggmoos

Als Standort für ein neues Spital dürften wohl nur Parzellen in der Nähe eines Autobahnanschlusses infrage kommen. Nebst dem Bözingenfeld und dem Brüggmoos ist dies auch Orpund, wobei hier in Autobahnnähe die Landreserve fehlen dürfte.

Der Wind hat mit dem Wechsel von Philippe Perrenoud (SP) zu Schnegg an der Spitze der kantonalen Gesundheits- und Fürsorgedirektion auch in Bezug auf die Standortfrage beim Spitalzentrum Biel gedreht, die Abklärungen stehen aber noch ganz am Anfang.

So sagt denn auch Fehr, dass es bislang keine Anfrage gebe für eine Parzelle. Die Stadt wäre aber, das hat er gestern deutlich signalisiert, bereit, Hand zu bieten. Schneider meint hierzu: «Ein Gespräch mit Erich Fehr steht auf meiner Agenda.»

Finanzierung ist offen

Es scheint vieles für einen Neubau zu sprechen. Offen ist jedoch ein gewichtiger Punkt: die Finanzierung. Der vom Kanton gesprochene Kredit ist an das vorgelegte Projekt gebunden, ob das Geld auch bei einem Neubau gesprochen würde, ist fraglich. Insbesondere, weil mit dem neuen Spitalversorgungsgesetz, das am 1. Januar 2014 in Kraft getreten ist, Spitäler neu selbst für Um- und Neubauten aufkommen müssen.

Schnegg bestätigt, dass die Finanzierung eines Neubaus ein Risiko darstellen würde. Aber: «Soll man nur wegen der Finanzierung einen schlechten Umbau anstelle eines guten Neubaus machen?» Man müsse nun in die Zukunft schauen. «Wir bauen nicht für uns, sondern für unsere Kinder.»

Für Kristian Schneider sind die 85 Millionen Franken des Kantons nicht abgeschrieben. Schliesslich handle es sich hierbei um eine gesprochene Subvention. «Im Falle eines Neubaus müsste geklärt werden, in welcher Form eine Mitfinanzierung durch den Kanton möglich wäre», sagt er.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch